Toshiba Portégé Z830 Ultrabook im Test – kleiner Flachmann mit großen Schwächen
Toshiba hat seit geraumer Zeit ebenfalls ein Ultrabook im Angebot. Das doch eher für den Business Bereich positionierte Ultrabook wurde uns zugesandt und im Anschluss findet ihr natürlich auch unseren Testbericht dazu.
Ich empfehle euch vorher noch den Testbericht des Dell XPS 13 Ultrabooks durchzulesen, da ich hin und wieder einen kurzen Vergleich anstrebe. Das Toshiba Portégé Z830 kann nämlich so einiges besser und so einiges schlechter. Auch wenn dies eigentlich eher zum Fazit gehört, stehe ich (leider) weiterhin zu meiner Behauptung das Dell XPS 13 ist das derzeit beste Windows Ultrabook.
Technische Daten
Toshiba bietet diverse Varianten des Z830 an, die getestete Version ist, wie man den Technischen Daten entnehmen kann, mit einem Core i5, einer 128GB SSD und einem HSDPA Modem ausgestattet. Es gibt jedoch noch diverse andere Modell, z.B. ohne HSDPA Modem, mit 8GB RAM, mit einem Core i7, oder einem etwas stärkeren Core i5 als dieser, der im Testgerät verbaut ist. Ganz günstig ist der Spaß leider nicht, die Preise gehen hoch bis zu 1500€.
- Toshiba Portégé Z830 mit Core i7, 128GB SSD, 8GB RAM & UMTS
- Toshiba Portégé Z830 mit Core i5-2467, 128GB SSD, 4GB RAM & UMTS
- Toshiba Portégé Z830 mit Core i5-2557M (1,7GHz), 128GB SSD, 4GB RAM & UMTS
- Toshiba Portégé Z830 mit Core i5-2467 & 128GB SSD
Verpackung und Lieferumfang
Viel zu sagen/schreiben gibt es hier nicht. Wie immer ist in einem kleinen Paket das Ultrabook, ein paar Zettelchen und das Ladegerät enthalten. Einen kleinen Punkt muss ich aber dennoch hervorheben, so hat man dem Toshiba eine wenn auch nicht wirklich hochwertige Schutzhülle beigelegt. Meiner Meinung nach ist das bei solch einem Preis auch eine Selbstverständlichkeit, was leider ein Großteil der Notebook Hersteller nicht so handhabt.
Das Toshiba Portégé Z830 von Außen
Wir haben es hier mit einem Ultrabook zu tun, dementsprechend ist es auch sehr dünn. Mit 15,9mm setzt es sich zudem von den restlichen Ultrabooks ab. Kurzum: es ist verdammt dünn. Auch das Gewicht von 1,11Kg wirkt sich sehr positiv aus, falls man es auch mal herumschleppen möchte. Hier kann man wirklich nichts aussetzten, auch die Verarbeitung gefällt mir. Die Kanten sind bündig, nicht scharf und es gibt auch keinerlei Spaltmaße. Das geringe Gewicht geht aber zu Lasten der Materialauswahl. Billiges Plastik dominiert und das bei einem Gerät mit einem Preis von weit über 1000€. Hinzu kommt, dass auch die Stabilität sehr leidet. Der Gehäusedeckel, das komplette Chassis & die Handballenauflage geben deutlich nach und wirken sehr instabil. Das Display lässt sich ebenfalls mit wenig Gewalt verbiegen. Hinzu kommen auch noch die wirklich miserablen Displayscharniere, die das Display weder richtig geschlossen, noch das Display in ihrer Posotion halten. Falls man das Ultrabook in gewissen (wackeligen) Situationen (z.B. in der Bahn) benutzen möchte, muss man das Display sehr oft nachjustieren. Da ich das Z830 schon vorher in der Hand hatte, war mir bewusst, was mich da erwartet, es ist dennoch sehr enttäuschend (vor allem bei den Preisen!!!). Immerhin ist das Gehäuse matt und zieht zum Glück keine Fingerabdrücke an.
Anschlüsse
Deutlich positiver dagegen ist die Anschlussvielfalt. Während das Dell XPS 13 noch nicht einmal über einen HDMI Ausgang verfügt, wird man beim Toshiba gleich mit einem HDMI und VGA Anschluss “verwöhnt”. Diese liegen nicht etwa an der rechten oder linken Seite, sondern sind hinten angebracht. Dazu gesellen sich auch noch zwei USB Anschlüsse, der Ladeanschluss und der Ethernet Port. An der linken Seite sind dann noch ein Mikrofon Eingang und Audio Ausgang angebracht (separat und kein Kombi Anschluss, versteht sich). Zudem befinden sich an der linken Seite noch der SD Kartenleser, der auch SDXC Karten mit einer Größe von bis zu 64GB lesen kann. Die rechte Seite ist dann noch mit einem Kensington Lock und einem USB 3.0 Anschluss ausgestattet. Falls man zusätzlich noch ein UMTS Modem verbaut hat, befindet sich dort auch der SIM Kartensteckplatz, der mit Hilfe eines kleinen Stifts oder einem langen Fingernagel herausgezogen werden kann.
Eingabegeräte
Das Toshiba verfügt über eine Chiclet Tastatur, man kann gut darauf tippen, jedoch zeichnet sich diese durch einen geringen Hub und etwas kleine Tasten aus. Ab und zu versagt auch die Leertaste, welche zudem auch noch deutlich lauter als die restlichen Tasten ist (kann aber auch nur ein Montagsgerät sein). Gewöhnt man sich allerdings an die Tastatur, kann man darauf tippen wie ein Weltmeister. Die Tastatur ist zudem auch noch mit einer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, die per Tastenkombi an, aus oder in den Timer Modus versetzt werden kann. Wie der Timer Modus jedoch funktioniert, eventuell zu einer bestimmten Uhrzeit aktiviert wird, konnte ich nicht herausfinden, bei mir blieb die Beleuchtung in diesem Modus zu jeder Tageszeit deaktiviert. Das Touchpad stammt von Synpatic und ist nicht wirklich eine Besonderheit, Multitouch wird unterstützt und es reagiert, wie es soll. Die glänzenden Tasten sind ebenfalls Standard, wackeln nicht und fühlen sich “fest” an. Die Größe des Touchpads ist in Ordnung, könnte für meinen Geschmack jedoch größer ausfallen.
Display
Toshiba verbaut im Portégé Z830 ein mattes 13,3 Zoll Display. Es löst mit 1366×768 Pixel auf, eine Möglichkeit ein höher auflösendes Display zu ordern, gibt es nicht, die Auflösung ist bei dieser Displaydiagonale dennoch sehr angenehm. Die Farben sind kräftig, doch leider bietet das Display keinen allzu prächtigen Blickwinkel, die Farben wirken schnell verfälscht und werden nur in ihrer vollen Pracht angezeigt, wenn man direkt vor dem Display sitzt. Das Panel konnte mich mit einer guten Helligkeit überzeugen und ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut ablesbar (auf Grund der Tatsache, dass es in Mannheim ausgerechnet jetzt wieder bewölkt ist, kann ich leider keine Bilder dazu liefern). Dell verbaute beim Konkurrenten, dem XPS 13, zusätzlich einen Helligkeitssensor, der die Displayhelligkeit automatisch an die Umgebung anpasste, so etwas vermisse ich auch beim Z830, denn bei diesem muss die Displayhelligkeit manuell angepasst werden.
Akku
Toshiba behauptet, die Akkulaufzeit liege bei 8 Std. Dividiert man dies durch 2, erhält man die tatsächliche Akkulaufzeit unter normalen Bedingungen (Surfen, W-Lan ein, mittlere Helligkeit). 4 Std. sind mager, würde jedoch auch mal behaupten, dass es doch recht schwierig sei, einen größeren Akku in dem kleinen Gehäuse unterzubringen. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass das UMTS Modem dauerhaft aktiviert, wenn auch nicht in Gebrauch, war, was ich zu spät feststellen musste (dazu mehr unter dem Punkt “Software”). Inwiefern sich die auf die Akkulaufzeit auswirkt, ist mir nicht bewusst, denke jedoch, dass man knapp 30 Minuten noch dazuzählen kann. Der Akku war bei mir innerhalb von 1 ½ Std. geladen, was doch ein vernünftiger Wert ist. Wie immer habe ich keine genauen Test, ich vertraue dem Tool Battery Bar, das mag zwar für den ein oder anderen nicht sonderlich realistisch sein, aber bislang haben sich die reale und die angezeigte Akkulaufzeit nie sonderlich stark unterschieden.
Konnektivität
Toshiba geizt bei diesem Punkt definitiv nicht. Verbaut sind ein Intel Centrino Adavanced-N 6230 Modul mit W-Lan 802.11a/g/n & Bluetooth 3.0 Modul und ein Sony Ericsson H5312gw HSDPA Modem. Selbes W-Lan/Bluetooth Modul saß auch im Dell XPS 13, welches mich mit einer sehr stabilen und flotten Verbindung überzeugte. Umso verwunderlicher sind die ständigen Verbindungsabbrüche meines Testgerätes. In meinem Heimnetzwerk bricht die Verbindung öfters mal ab, zudem kann es auch vorkommen, dass trotz einer bestehenden Verbindung plötzlich kein Signal mehr vorhanden ist. Auch zum Netzwerk meiner Universität war es mir nicht möglich eine Verbindung herzustellen. In anderen Testberichten wurde die Verbindung gelobt, bislang überzeugte mich das Centrino Modul in anderen Notebooks ebenfalls, wieso jedoch mein Testgerät damit so zu kämpfen hat …. ??? Ich vermute einen Softwarefehler. Gleiches Spiel auch beim UMTS Modem, die SIM Karte liegt im Schacht, die Einstellungen von o2 wurden übernommen, der Toshiba Wireless Manager geöffnet und beim Klick auf “Verbinden” passiert … nichts!!! Selbst bei der Auswahl der “automatischen Einstellungen” für APN etc. kam keinerlei Reaktion beim Klick auf “Verbinden” zurück. Auch über die Windows Einstellungen war es mir nicht möglich ins o2 Netz zu gelangen (selbstverständlich war das Modem auch aktiv). Interessanterweise konnte ich mich jedoch nach dem Aufwachen aus dem Ruhemodus mit dem Mobilfunknetz verbinden? An der Hardware kann es nicht liegen, ich persönlich möchte diesen Punkt auch nicht werten, denn mein Testgerät kam schon mit einigen “eigenartigen” Einstellungen zu mir, ich vermute, dass zuvor bei anderen Tests falsch mit dem Portégé umgegangen wurde.
Leistung
Wie immer, gibt es leider keine Benchmarks. Ich kann euch jedoch sagen, die Arbeitsgeschwinidgkeit ist gut, mehr jedoch auch nicht. Die Hauptschuldige ist meiner Meinung die Toshiba SSD, welche eher nur mittelmäßige Ergebnisse erzielt. Programme öffnen trotzdem zügig und für Alltagsaufgaben (Surfen, E-Mails, Office) ist man ebenfalls bestens gewappnet.
Natürlich sollten der Intel Core i5-2467 (2×1,6GHz, TurboBoost bis zu 2,3GHz) und Intel GMA HD 3000 auch mit Full HD Inhalten in allen gängigen Formaten fertig werden. Die Kombi soll sich auch für Spiele wie Fifa12 eignen, ältere und wiederum weniger anspruchsvolle Spiele sollten daher kein Problem darstellen.
Der Bootvorgang nimmt knapp 30 Sekunden in Anspruch, aus dem Stand By erwacht es in 2-4 Sekunden. Wie schon erwähnt, die Werte sind ok, wenn auch nicht bahnbrechend. Leider ist der Lüfter nicht das Gelbe vom Ei, dieser läuft ständig, bei Nicht-Beanspruchung ist dieser aber kaum hörbar. Unter Volllast aber umso mehr. Der Lüfter ist dann auch in Außenumgebungen bzw. lauteren Umgebungen deutlich wahrnehmbar.
Sound
Einen Extra Punkt verdienen die Boxen, die für ein derartig schmales Gerät einen überaus gelungenen Eindruck vermitteln. Die Boxen liefern ohne jegliches Zerren einen exzellenten Sound, wobei jedoch ein wenig mehr Bass auch nicht schaden könnte.
Software

Ich weiß nicht, wie viele von euch sich schon einmal einen Medion Rechner zugelegt haben. Jedenfalls sind die Mühlen vollgestopft mit allmöglichen unnötigen Scheiß, was sich in dem Fall auf die Software bezieht. Als ich das Toshiba das erste Mal gestartet hatte, kam es mir ähnlich vor. Insgesamt 75 Programme sind vorinstalliert, darunter auch absolut unnötiger Kram wie die Nero Brennsoftware (dem Toshiba fehlt ein DVD Brenner!). Auch Toshiba selbst scheut sich nicht davor das Portégé Z830 mit hauseigener Software zuzumüllen. Es gibt Programme, die einen ständig mit blöden Pop Ups auf die Nerven gehen, zusätzlich gibt es noch ein Programm (“Connectivity Doctor”), welches einem einfach nur anzeigt, ob eine Verbindung zu einem Netzwerk besteht, über dieses kann man aber die Hardware weder aktivieren noch deaktivieren. Dazu ist dann ein anderes Programm nötig. Zudem hat man auch noch ein Radar, um nachzuverfolgen, wo sich evtl ein W-Lan Netzwerk befindet. Das Zeug braucht man nicht wirklich und es nervt tierisch. Vor allem da ein Großteil einfach nur Überwachungsprogramme sind, über die man jedoch nichts ändern kann?! Es gibt dann auch noch diverse Verknüpfungen zur Toshiba Places Seite, worüber Multimedia Inhalte erworben werden können, ich denke (wenn überhaupt) hätte eine Verknüpfung gereicht. Außerdem hätte man ein Großteil der Programme in einem zusammenfassen können, anstatt immer umständlich eines für eine gewünschte Aktion aufzurufen. Neben Nero befindet sich auch noch Office, MCAfee & Chrome auf dem Teil. Es ist mir echt ein Rätsel, wie man so viel, vor allem unnötigen Kram auf die Kiste hauen kann, die auch noch eine stattliche Summe kostet. Hier muss definitiv nachgebessert werden, ich persönlich würde das alles, so weit es möglich ist, deinstallieren und kaum ein Programm davon effektiv nutzen (außer dem Verbindungsmanager & Toshiba Health Monitor). Wer also Spaß daran hat, stundenlang Software zu deinstallieren, wird sich mit Sicherheit mit dem Toshiba anfreunden können.
Fazit
Das Toshiba Portégé Z830 ist meiner Meinung nach eine Enttäuschung. Das instabile Gehäuse & die schlechten Scharniere sollten bei einem Notebook in dieser Preisregion auf gar keinen Fall vorkommen, da können auch die durchaus großzügige Anschlussvielfalt und das matte Display diese “Fehler” nicht korrigieren. Wer jedoch auf die Stabilität etc. weniger Wert legt und dagegen ein Ultrabook mit großer Anschlussvielfalt, einem guten Display, dem optionalen UMTS Modem und vor allem mit einem schmalen Gehäuse sucht, der ist mit dem Toshiba Portégé Z830 gut bedient.
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