Samsung Galaxy S5 Test zeigt ein Flaggschiff mit wenig Schwächen

Samsung Galaxy S5 Test zeigt ein Flaggschiff mit wenig Schwächen

Genau vor drei Wochen haben wir das neue Flaggschiff von Samsung erhalten und kennen nun die positiven sowie negativen Seiten des Smartphones. Zum einen hat sich im Vergleich zur letzten Version etwas beim Design getan, aber die neuen Funktionen sind nicht so herausragend daß wir ein Update von dem Samsung Galaxy S4 empfehlen würden. Dieser Test wurde vollständig auf dem Samsung Galaxy S5 getippt mit der Swipe Funktion und gleich findet ihr auch Tipps und Tricks für den Alltag mit dem schocken Smartphone.

Das Design ist griffiger und größer

Wir wünschen uns von Samsung schon lange kein Plastik mehr und als Marktführer natürlich auch Innovation. Im letzten Punkt können Sie uns nun etwas überraschen mit einem Pulsmesser unter der Kamera. Die Rückseite hat die beliebte Galaxy Note 3 Haptik bekommen, nur mit kleinen schicken Punkten und stärker abgerundeten Ecken.
Die 16MP Kamera auf der Rückseite steht leider etwas hervor und hat jetzt schon, immerhin außerhalb der Optik, einen Kratzer abbekommen, obwohl es immer nur einsam in der Jeanstasche war. An den Knöpfen und Anschlüssen haut sich gegenüber dem Vorgänger nichts getan. Nur der USB 3.0 Anschluss an der Unterseite ist mit erobert Abdeckung versehen, da wir ein wasserdichtes Gehäuse mit IP67 haben. Das hängen wie öfter in der Dusche, Schwimmbad und bei Regen getestet. Es gab nie Probleme mit dem Kopfhörer-Anschluss, den Knöpfen oder der Kamera. Letztere schießt sogar wunderschöne 4K Videos unterwasser. Das Sony Xperia Z2 steht dem aber in nichts nach und kann sogar auch mehr als 5 Minuten in der hohen Auflösung aufnehmen, auch Unterwasser.

Man sollte aber vor dem Schwimmen gehen aber aufpassen. Die Rückseite muss gut angebracht sein und ein Abtauchen von unter 1 Meter wird nicht empfohlen. Länger als 30 Minuten schon gar nicht. Mit dem Sony Z2 gilt das für bis zu 1,5 Meter.

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Von vorne betrachtet hat sich an dem Galaxy S5 nicht viel getan. Nur beim goldenen und weißen ist das Muster um das Display etwas anders, wie man oben im Bild gut erkennen kann.

Der Fingerabdruck-Leser in der Hometaste, ist mit dem Auge nicht erkennbar und wird später bei den Security Features nochmal kurz beschrieben. Grundsätzlich ist das S5 in unseren Augen was das Design angeht nur ein Samsung Galaxy S4 Plus.Nur Smartphone-Kenner werden sofort den Unterschied zwischen dem Vorgänger und dem neuen Gerät erkennen können. Das HTC One M8, Sony Xperia Z2 oder auch ein Nexus 5 können definitiv mithalten beim Look and Feel.

Leistung im Alltag

Durch viel Software Erfahrung hat Samsung bei ihren neuesten Modell auch wieder Android 4.4.2 Kitkat schön angepasst und mit einigen neuen Funktionen versehen. Das S5 hat sich aber auch etwas bei der Konkurrenz umgeschaut und mit MyMagazine in Zusammenarbeit mit Flipboard etwas ähnliches wie den HTC Blinkfeed gebastelt. Die Taiwaner waren aber flink und haben ihren Stream mit Facebook, Twitter, RSS Inhalten schon für Entwickler freigegeben, sodass FitBit, FourSquare und bald auch andere Apps spezielle Informationen auch einbauen können. Samsung zeigt die News aus aller Welt und von Freunden zwar auch ganz schön an, aber wir haben MyMagazine als Screen gelöscht. Beim Swipen des Homescreens nach links haben andere Widgets einfach mehr Nutzen. Zum Beispiel kann man dank erneuter Infrarot Integration wieder einfach alles im Wohnzimmer mit einem entsprechenden Empfänger bedienen. Das Übertragen von Inhalten auf den Fernseher ist aber nun dank MiMo Dual Band Wlan Antenne noch besser geworden. So können die 4K UHD Videos die mit der Kamera aufgezeichnet werden einfach an den Fernseher übertragen werden, über das Wlan Netz zu Hause, welches nun mit a/b/g/n/ac unterstützt wird. Auch beim LTE, Bluetooth, NFC und sonstigen Kommunikationswegen wird der neuste Standard Unterstützt. Dank USB 3.0 Stecker ist die kabelgebundene Kommunikation mit dem PC aber auch schnell. Aufgeladen ist das Samsung Galaxy S5 in nur drei Stunden mit dem beigelegten Ladegerät.

Der 2800mAH Akku hält ohne Stromsparmodi, angeschalteten 4G/H+, Sigthseeing Tour in NYC mit Bilder schießen, teilen, chatten ganz gut. In 8 Stunden touristischen Einsatz sind noch 73 Prozent Akku übrig geblieben. Wenn man den Stromsparmodus verwendet und zum Beispiel den Bildschirm in schwarz/weiß verwendet scheint die Lesbarkeit im Freien verbessert zu sein, aber mehr als drei-vier Stunden auf den ganzen Tag gerechnet wird man damit nicht sparen können. Mit den im Hintergrund verwendeten Daten schon wahrscheinlicher.

Der Ultrastromsparmodus hingegen klingt auf dem Papier zwar gut, aber im Alltag ist es nur wenig praktisch. Die Auswahl an Apps ist eingeschränkt und das Flaggschiff reagiert beim Besuchen vom Browser relativ träge. Nativ sind nämlich nur ChatOn, Facebook, SMS und Google+ als Kommunikationswege neben dem Telefonieren und Email verfügbar. Dafür muss man aber auch Daten, Wlan oder Bluetooth noch anmachen. Bei Reisen im Outback kann das aber praktisch sein, denn bis zu 12 Tage mit einer 100 prozentigen Ladung sollten effektiv möglich sein. Auf eine Kamera muss man dann allerdings auch verzichten. Taschenrechner, Voice Memo, Memo und Wecker sind in der App Liste vorhanden. Kein GPS, Google Maps oder NFC werden uns helfen und das Wechseln in den normalen Modus dauert auch ca. jeweils eine Minute.

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Die Kamera ist weiterhin eine der wichtigsten Funktionen eines Smartphones. Deshalb hat sich Samsung hier besonders viel Mühe gegeben und nicht nur einen 16MP Sensor auf der Rückseite zu verbauen, sondern auch die Software mit neuen Funktionen auszustatten. Dazu gehört zum weltweit ersten mal ein HDR Modus bei Videos. Hiermit ist nicht nur der oft gut belichtete Hintergrund scharf, sondern auch der im Schatten gelegene Vordergrund. So werden nicht nur Bilder mit nicht idealen Lichtverhältnissen ideal, sondern auch Full HD oder sogar 4K Videos (mit bis zu maximal 5 Minuten länge jeweils). Auch unterwasser funktioniert diese und kann coole Aufnahmen beim Tauchen oder anderen Sport als Ergebnis liefern. Leider aber nur bis zu maximal 1 Meter tief und das 30 Minuten lang. Also ideal für den Schnorchelurlaub, allerdings in Süßwassergebieten.
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Andere Software Funktionen wie Dual Camera, Panorama, Shot & More sowie Beauty Face kennen wir schon von vorherigen Versionen. Manuelle Einstellungen sind aber auch möglich. Die Virtual Tour ist ganz schön um eine Wohnung oder den Weg zu einem Appartment von der UBahn auf zu zeichnen, ähnlich wie man es schon von Google Streetview schon gewohnt ist. Dank einer Sharing Plattform, kann man aber auch neue Inhalte ganz einfach runterladen und mit der Kamera viel rum experimentieren. Am Ende des Tests findet ihr ein paar weitere Beispielaufnahmen, bei der wir auch die Kamera auf der Vorderseite ausprobiert haben, sowie auch schwierige Low Light Situationen, wie man sie im Club vorfindet.

Leider können wir über die Sicherheitsfeatures nicht so viel positives sagen, denn der Fingerabdrucksensor funktioniert nur mässig gut. Der Mechanismus ist nicht so wie bei dem Apple iPhone 5S, wo man einfach den Finger auf die Hometaste legen muss. Beim Samsung Galaxy S5 muss der Finger drüber gestreift werden und das in der exakt gleichen Position wie beim ersten Eingeben. Somit muss das Handy immer in zwei Händen gehalten werden und der Finger darf meistens nicht seitlich liegen. Zudem erkennt auch das Gerät nur beim dritten oder vierten Mal den Finger, denn zu schnell darf die Streifbewegung auch nicht sein. Somit haben wir nach nur drei Tagen keine Lust mehr gehabt unser Handy immer mit dieser Geste aus dem Standby zu wecken. Für die Funktion den Privaten Bereich mit Bildern, Musik, Videos und anderen Inhalten zu schützen kann es aber praktisch sein und durchaus auch sicher. Leider kann man zudem nur maximal drei Finger im System einspeisen.

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Beim Einsatz unterwasser war nach einem kurzen Abtrocknen des Smartphones wieder alles gut einsetzbar. Weder der Kopfhörer Anschluss noch USB haben Probleme gemacht. Man sollte allerdings immer drauf achten das die Rückseite wirklich gut angebracht ist. Bei einem eintauchen im Pool ist nämlich doch etwas Wasser eingedrungen. Nachdem ich die Rückseite abgemacht habe und alles abgewischt war, funktionierte das Handy zwar noch wunderbar. Aber eine Stunde später reagierte das Display nicht mehr und nur nach einem Tag auf der Heizung trocknen, ist das Premium Smartphone nun wieder voll einsatz-tauglich.

Fazit: Das Upgrade das kein Upgrade ist

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Samsung hat sich viel Mühe gegeben uns ein Komplettpaket auf zu tischen. Leider ist das Smartphone größer als der Vorgänger, hält nicht länger und die Kamera ist auch nicht sichtbar besser. Natürlich soll sie schneller sein, aber gerade bei schlechten Licht soll man sie immer Still halten und mit dem HTC One M8, Apple iPhone 5S oder Sony Xperia Z2 wären schon fünf Bilder geschossen worden. Leider sehen die von der Konkurrenz dann sogar auch noch besser aus, auch ohne Blitz! Trotzdem ist die Haptik des Samsung Galaxy S5 lobenswert, die Verarbeitung auch sehr gut und die Wasserdichtheit schnell im Alltag eingebaut. Leider ist der Sinn eines USB 3.0 Anschlusses und Herzfrequenzmessers nicht ganz schlüssig. Der Fingerabdrucksensor scheint auch nur ein Konter zu Apple zu sein. Sobald das Samsung Galaxy S4 auch ein paar Software Updates aus Korea bekommt und man die Black Edition mit der Note 3 ähnlichen Leder Rückseite kauft, sollte es keinen großen Grund geben viel mehr für das neuere Modell aus zu geben. Wir hoffen das sich Samsung beim Galaxy Note 4 vielleicht etwas mehr einfallen lässt und vielleicht auch etwas an den Rändern und der Akkugröße arbeitet, um gegen langsam wachsende Konkurrenten wie LG und Sony auch nächstes Jahr noch an zu kommen.

Diese Bilder wurden mit dem Samsung Galaxy S5 aufgezeichnet. In voller Auflösung gibt es sie als ZIP gepackt bei Mega! Dabei sind Low Light und andere Aufnahmen auch berücksichtigt worden. MEGA Download (101MB) 

 

Es folgen ein paar Videos die mit dem SGS5 aufgezeichnet wurden.

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Mitgründer von TechFokus und seit langem auf nDevil.com tätig. Am besten unter @balazsgal erreichbar. Am liebsten schreibe ich über neue mobile Hardware und kann mich zwischen iOS oder Android nicht entscheiden :) Auch zu finden bei Google+.