Samsung Galaxy Note 10.1 im Test – High-End Gerät mit umfangreicher Ausstattung

Das Samsung Galaxy Note 10.1 hat schon eine relativ lange Geschichte hinter sich. Zum ersten Mal wurde es auf dem Mobile World Congress in Barcelona Ende Februar diesen Jahres gezeigt, damals war es jedoch noch mit einem Dual-Core Prozessor und 1GB Arbeitsspeicher ausgerüstet. Zudem war der im Lieferumfang enthaltene Stift nicht in das Gerät integriert sondern musste separat mitgenommen werden. Zwischenzeitlich überarbeitete Samsung das Gerät aber noch mehrmals und hat es vor ein paar Tagen nun in der endgültigen Fassung auf den Markt gebracht. Die Hardware kann sich durchaus sehen lassen, vor allem mit dem guten, aus dem “normalen” Galaxy Note bekannten S-Pen schafft Samsung in den Tablet einen echten Mehrwert. Ob es darum geht Bilder bzw. PDFs kurz mit Notizen zu versehen oder aber um das Tablet “ganz normal” mit dem Stift zu steuern, alles kein Problem. In diesem Test nehmen wir die weiße Variente mit 16GB Speicherplatz und UMTS-Modul unter die Lupe, für die man aktuell im Handel knapp 600€ los wird. An dieser Stelle auch noch mal der Dank an unsere Freunde von getgoods.de, die uns das Tablet wie auch schon das Galaxy S3 zum Testen zur Verfügung gestellt haben.

Technische Daten

Maße/Gewicht: 256,7 x 175,3 x 8,9mm / ~600g
Betriebsystem: Android 4.0.4 mit TouchWiz
Display: 10 Zoll Display mit 1280×800 Auflösung
Prozessor: Quad-Core Exynos 4412 (4×1,4Ghz)
Arbeitsspeicher: 2GB DDR3
Speicherplatz: 16GB (per microSD Slot erweiterbar)
Kamera Rückseite: 5 Megapixel
Kamera Vorderseite: 1.9 Megapixel
Konnektivität: W-Lan, GPS, UMTS, AGPS, Bluetooth 4.0
verfügbare Farben: grau, weiß

Angetrieben wird das Note 10.1 von einem Exynos Quad-Core Prozessor wie er auch im Galaxy S3 steckt. Er ist mit 1.4Ghz getaktet und wird von großzügigen 2GB Arbeitsspeicher unterstützt. Das Display hat wie der Name schon sagt eine Diagonale von 10 Zoll, kommt aber leider nur mit einer Auflösung von 1280×800 Pixeln, genau wie auch schon das “erste” Note, jedoch ist natürlich bei dem kleineren Display von 5.3 Zoll die Pixeldichte um einiges höher. Samsung hätte hier getrost zu einem Full-HD (oder mehr) Display greifen können, die Konkurrenz von Acer, Asus, Apple und co. schafft dies ja auch schon. Denonch bietet das Note 10.1 einiges was andere Tablets nicht bieten. Zuerst natürlich der praktische S-Pen mit Wacom Technoogie, der in der endgültigen Version des Tablets glücklicherweise in das Tablet integriert ist. Hinzu kommen 2GB Ram, in einem Android-Tablet so gut wie einzigartig – oft kommen nur 1GB zum Einsatz. Wenn man jedoch überlegt, dass Android selbst im Betrieb schon 500mb belegt, könnte man statt einer Verdopplung auch von einer verdreifachung sprechen. Dem Nutzer stehen nämlich nicht nur 500MB sondern 1500MB für die eigene Nutzung zur Verfügung.

Natürlich darf auch der microSD Slot und Android 4.0 nicht fehlen. Außerdem kommt als kleines Goodie auch noch ein Infrarot-Empfänger in das Gerät, wer denkt mit diesem kann man nun Samsung Geräte fernsteuern der täuscht, die mitgelieferte App gibt eine Auswahlmöglichkeit für so ziemlich alle andere Hersteller von Fernsehern und Heimkinogeräten. Dazu jedoch in einem der weiteren Absätze mehr.

Dinge wie ein Lagesensor oder, eine 5 Megapixel-Kamera an der Rückseite mit Blitz und eine 1.9 Megapixel-Kamera an der Vorderseite dürfen natürlich nicht fehlen, sind jedoch bei einem Tablet in dieser Preisregion schon selbstverständlich. NFC fehlt gegenüber dem Nexus 7 zum Beispiel leider.

Verarbeitung und Design

Beim Design hält sich Samsung an die anderen Geräte wie Galaxy S3 und Galaxy Note. Es besteht so gut wie komplett aus Kunststoff, nur der Rahmen in den das Display eingelassen ist besteht aus einem Aluminium-ähnlichen Stoff. Durch das viele Plastik ist das Gerät jedoch auch ein echtes Leichtgewicht. Es wiegt nur 583g, was gegenüber dem neuen iPad (mit UMTS) mit 662g dann schon sehr wenig ist.
An der Vorderseite sind links und rechts die Lautsprecher eingelassen, vermutlich ähnlich wie in der Vergangenheit Klagen seitens Apple zu vermeiden. Mittig über dem Display ist die 1.9 Megapixel-Kamera verbaut, unter dem Display ist in Silber ein Samsung-Logo aufgedruckt. An der Oberseite des Note 10.1 befinden sich alle wichtigen Tasten und Einschübe. Ganz links der An-/Ausschalter, dann der Lautstärkeregler nebst dem microSD Slot. Außerdem sitzt auch hier der Infrarot-Sender, der 3.5mm Kopfhöreranschluss und bei der UMTS-Variante der Sim-Slot. An der Unterseite befindet sich der Samsung-Typische breite Dock-Anschluss, an der Rückseite lediglich die Kamera und der Blitz, die beide ebenfalls in einem Aluminium-Rahmen eingelassen sind.

Durch den Kunststoff, der fast überall verbaut wird, ist das Gerät sehr “rutschig”. Genau dies habe ich auch schon beim Galaxy S3 bemängelt, ist jedoch aber eine Designfrage. Mir hat die Rückseite des Galaxy S2 und auch des Galaxy Nexus sehr gut gefallen, auch die des Nexus 7 ist griffiger als die des Note 10.1. Warum Samsung dennoch immer wieder auf die glatte Optik setzt bleibt mir offen. Ich finde die Raue Optik jedenfalls sehr schick und ich denke es geht vielen ähnlich wie mir.

Bei direkter Sonneneinstrahlung kann man auf dem Display aller höchstens nur noch mit höchster Displayhelligkeit etwas erkennen, dies ist aber wohl ein Problem, welches wir bei jedem aktuellen Tablet finden werden.

Alles in Allem wirkt die Verarbeitung dennoch sehr hochwertig. Rundum ist das Gerät gut verarbeitet, die Spaltmaße simmen und somit hat Staub oder ähnliches wohl keinen Platz einzudringen. Beim anfassen knirscht oder quietscht hier nichts und auch der S-Pen ist an der rechten unteren Seite sicher im Gerät verstaut.

Bedienbarkeit

Zu allererst will ich zu der Bedienung mit dem S-Pen kommen, da dieser das Gerät von den Mitstreitern abhebt. Natürlich kann man das Gerücht genau so wie mit dem Finger auch überall mit dem S-Pen bedienen. Wem die Eingabe von Text über die Tastatur zu kompliziert ist kann diese auch auf eine Handschrifterkennung umstellen. Wie man in diese kommt ist leider nicht allzu offensichtlich. Standardmäßig öffnet sich nämlich beim Drücken des Knopfes neben der Sym-Taste nämlich das Einstellungsmenü der Tastatur. Auf genau dieses Einstellungs-Symbol muss man zum Aufrufen der Schrifterkennung länger draufdrücken und dann das Schrifterkennungs-Symbol auswählen.

Wenn man dann die Schrifterkennung einmal aufgerufen hat wird das Einstellungssymbol mit dem Schrifterkennungssymbol ausgetauscht, sodass man in Zukunft besseren und schnelleren Zugriff darauf hat. Die Schrifterkennung funktioniert dann übrigens sehr gut. Sogar meine nicht besonders schöne Schrift wird gut und schnell erkannt. Leerzeichen werden auch automatisch erkannt, wenn man jedoch einen neuen Absatz machen will muss man die entsprechende Taste oberhalb des Texterkennungsbereich drücken.

Wo wir gerade schon in der Zeichen-App von Samsung Namens S-Note sind: Auch die Formelerkennung funktioniert bestens. Wenn man diese aktiviert wird automatisch aus dem geschriebenen eine Formel erkannt. Die erkannte Formel sieht man dann in dem kleinen Bereich darüber und kann diese bei Bedarf als normalen Text in die aktuelle Notiz einfügen und diese im Text auch platzieren oder direkt eine Google-Suche starten. Gerade für die Studenten in technischen Studiengängen unter euch werden die Formelerkennung wohl lieben.

Aber auch die Kreativen unter euch kommen voll auf ihre Kosten. Samsung bringt in S-Note nämlich viele Vorschläge wie man die App sinnvoll nutzen kann und liefert dazu auch gleich einige Vorlagen mit. Natürlich kann man nämlich auch den Hintergrund der Notiz ändern, Bilder einfügen, Screenshots direkt verarbeiten, einen Kalendereintrag aus einer Notiz erstellen, die Notizen mit Tags versehen und vieles mehr.

Auch liefert Samsung das Gerät direkt mit Photoshop Touch und Smart Remote aus. Erstere dürfte jedem bekannt sein und diese macht natürlich vor Allem bei einem Gerät mit Stift sehr viel Sinn. Letztere ist dafür da um den Infrarot-Sender zu steuern. Mit dieser App lässt sich so gut wie jedes Gerät im Heimkino steuern, im Auswahlmenü muss man lediglich Bescheid geben um welche Art von Gerät es sich handelt und von welchem Hersteller das Gerät ist, den Rest erledigt die App von selbst. Ein kleiner Nachteil: Das Einrichten funktioniert nur bei bestehender Internetverbindung, einmal eingerichtet lassen sich die Heimkino-Geräte natürlich aber auch ohne W-Lan oder UMTS steuern. Die genaue Handhabung der App habe ich auch nochmal in meinem Testvideo im Anschluss demonstriert.

Ansonsten befindet sich in dem Gerät ein “normales” Android 4.0.4 mit Samsungs TouchWiz Oberfläche. Dies bringt natürlich die Hubs auf den Homescreens mit sich, über dessen Sinn und Unsinn sich wohl streiten lässt. Diese lassen sich aber sehr einfach entfernen sodass man die Homescreens nach seinen eigenen Ansprüchen individualisieren kann. In meinem Beispiel oben habe ich zum Beispiel ein Widget der Twitter-App Plume abgelegt.

Außerdem wurden natürlich Erweiterungen für die Stiftbedienung gemacht. Diese sehen so aus, dass sich beim Herausnehmen des Stiftes automatisch eine Shortcut-Leiste rechts öffnet in der diverse Anwendungen wie S-Note oder Photoshop Touch abgelegt sind. Diese kann man natürlich auch abstellen oder aber auch so einstellen, dass sich eine bestimmte App direkt im Vollbild-Modus öffnet. Ob dies in der Praxis Sinn macht bleibt jedem selbst überlassen. Wer den Stift lediglich für eine bestimmte App nutzt wird dies sicherlich nutzen.

Eine sehr nützliche Erweiterung hat Samsung übrigens damit geschaffen, dass man nun Apps direkt aus dem Menü deinstallieren kann. Dies ist vor allem für die Leute wichtig, die gerne mal die ein oder andere App testen wollen, irgendwann aber im Menü wieder den Überblick verlieren. Hier schafft Samsung Abhilfe und ohne sich durch das lästige Einstellungsmenü zu kämpfen, kann man die Apps mit wenigen Schritten ganz einfach aus dem Menü heraus entfernen. Apps die ihr selten nutzt, jedoch dennoch installiert haben wollt können übrigens auch versteckt werden.

Auf die Mehrbildschirmansicht werde ich jetzt nicht näher eingehen, da es einfach sehr schwer ist diese per “Text” zu beschreiben. Probleme gibt es hier eigentlich nur wegen der geringen Displayauflösung, dies seht ihr aber selbst im Video im Anschluss.

Was die Performance anbelangt kann man sich beim Note 10.1 wohl kaum beschweren. Mit 2GB Ram und einem 1.4Ghz ist das Gerät nämlich nicht nur auf dem Blatt das Schnellste was es bisher zu kaufen gibt. Auch bei der Nutzung macht sich die extrem gute Performance bemerkbar. Apps starten sehr schnell und auch bei Grafisch aufwendigen Spielen gibt es keine Ruckler. Dies bestätigt auch der obligatorische Benchmark. Mit 12506 Punkten im AnTuTu Benchmark liegt es nochmal knappe 500 Punkte über dem Galaxy S3 mit 12043 Punkten.

Die Kamera

Was die Kamera anbelangt muss ich sagen, dass die Rück- sowie die Vorderkamera höchstens für Videochats oder kleinere Schnappschüsse geeignet sind. Wer ernsthaft damit Fotos schießen will wird wohl keine Freude finden. Da dies zum Glück auch nicht besonders viele von euch machen werden kann man mit der Kameraqualität gut leben und auf dem PC kommen sie immerhin viel besser raus als in der Kamera-App selbst.

Ansonsten kann man genau wie beim S3 diverse Einstellungen treffen, wie zum Beispiel einen Szenenmodus auswählen, den Selbstauslöser einstellen oder selbst einen ISO-Wert festlegen. Auch lässt sich das Fotolicht direkt per Shortcut steuern, sowie per Drücken auf eine bestimmte Stelle im Display die Kamera auf diese Stelle fokussieren lassen.

Der Akku

Der Akku hat eine Kapazität von 7000mAh und ist damit nicht gerade klein bemessen. Dieser ist aber bei dem Quad-Core Prozessor und dem UMTS-Modul auch zwingend notwendig. Nur so schafft es das Gerät in unserem Test bei häufiger Nutzung zu 10 Stunden Akkulaufzeit. Wer das Gerät nur sporadisch und ohne UMTS-Modul nutzt sollte auch zu Standby-Zeiten von über einer Woche kommen.

Fazit

Seitdem das Galaxy Note 10.1 zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte war ich sehr gespannt auf das Gerät. Es macht auch einen wirklich guten Gesamteindruck, jedoch trübt das Display mit einer Auflösung von 1280×800 Pixeln diesen ein wenig. Dennoch bekommt man hier natürlich ein wirkliches High-End Gerät mit guten Eingabemöglichkeiten per Stift, die für die Zielgruppe ziemlich viel Wert sind. Die blaue Version mit W-Lan gibt es erfreulicherweise bereits für unter 500€, bei der UMTS-Version muss man immer noch knappe 600€ auf den Tisch legen. Wer wirklich einen Fokus auf die Eingabe per Stift legt sollte zuschlagen, etwas Vergleichbares gibt es bis dato leider nicht von einem anderen Hersteller.

Positiv negativ
  • reagiert sehr schnell
  • gute Menüerweiterungen in TouchWiz
  • erstklassige S-Pen Funktionen
  • gute Schrifterkennung
  • gute Gehäuseverarbeitung
  • Infrarotsensor
  • keine Benachrichtigungs-LED
  • niedrige Displayauflösung
  • Kein NFC

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