Samsung Chromebook mit Chrome OS im Test

SONY DSC

Samsung hat schon im vergangenen Jahr das neue Chromebook in den USA vorgestellt, nun kommt es nach einigen Monaten endlich auch nach Deutschland. Ausgestattet ist es, wie der Name schon sagt, mit Chrome OS. Einem Betriebssystem, das eigentlich nur aus einem Chrome-Browser besteht. Ich bin ziemlicher Neuling was Chrome OS angeht und habe mir das Gerät inklusive dem Betriebssystem in den letzten Tagen angeschaut.

Verpackung

Das Gerät kommt in einer typischen flachen Notebookverpackung. Darin befindet sich natürlich das Netzteil, die Garantiehinweise und eine kleine Schnellstartanleitung für Chrome OS. Zudem natürlich das Notebook ansich, welches mit den Abmessungen von 28,95 x 20,54 x 1,7cm (b x t x h) und einem Gewicht von knapp 1,1Kg ziemlich kompakt und leicht ist.

Technische Daten

Samsungs Chromebook kommt mit einem Exynos 5250 Prozessor mit 2x 1.7Ghz, der so auch im Nexus 10 steckt. Zudem stecken hier 2GB Ram und 16GB Speicherplatz in dem Gerät. Per SD-Slot kann der Speicherplatz erweitert werden, jedoch muss man aufpassen, dass das Medium nicht mit NTFS formatiert ist. Dann gibt es nämlich einen Fehler und das Notebook kann nicht darauf zugreifen. Zum Anschluss sonstiger Medien und Zubehör gibt es noch einen USB 2.0, einen USB 3.0 sowie ein HDMI Anschluss. An der linken Seite gibt es keinen kombinierten Kopfhörer/Mikrofon-Anschluss.

SONY DSC

Die Tastatur ist auf den ersten Blick eine Standard QWERTZ Tastatur. Anstatt F-Tasten gibt es jedoch sinnvolle Ergänzungen für den Chrome-Browser wie zum Beispiel zurück- und vor-Tasten aber auch Tasten zum Aktualisieren und für die Displayhelligkeit.

Verarbeitung und Design

 

SONY DSC

Bei der Verarbeitung setzt man hier vollständig auf Kunststoff. Allerdings scheint man hier wirklich gute Arbeit geleistet zu haben. Es fühlt sich natürlich nicht ganz so hochwertig an wie ein Ultrabook, jedoch knarzt auch nichts und alles fühlt sich stabil an. Zudem ist es mit 1.7cm und einem Gewicht von 1.1Kg ziemlich kompakt, sodass man es ohne Probleme jeden Tag mitnehmen kann.

Bedienung

Das Einrichten des Chromebooks geht ziemlich schnell. Man schaltet es ein, gibt sein W-Lan Passwort sowie seine Google Account Daten ein und schon holt sich das Chromebook die Einstellungen des Chrome-Browsers, die man auch schon am Desktop hat. Dies natürlich inklusive Plugins, Lesezeichen und gespeicherten Passwörtern. Wer die 3G Variante gekauft hat und eine Sim-Karte nutzen will, sollte nach dem einstecken der Sim-Karte einen Neustart machen. Ohne den wird die Sim-Karte nämlich leider nicht erkannt. Anschließend lässt sich die Datenverbindung in dem Menü unten rechts aktivieren. Dazu drückt man auf das W-Lan Icon, wählt die Netzwerkverbindung aus und aktiviert über das kleine Icon dann die Datenverbindung. Nach der Pin-Eingabe ist man dann auch schon im bevorzugten Netzwerk unterwegs. Falls W-Lan und 3G verfügbar sein sollen wird übrigens die W-Lan Verbindung bevorzugt – was natürlich auch ziemlich viel Sinn macht.

Wie gesagt, das Betriebssystem besteht sonst im Prinzip nur aus einem Chrome-Browser. Nutzer von Chrome werden sich sofort zurechtfinden und können im Prinzip wenige Minuten nach dem Auspacken des Geräts los legen. Im Chrome Web Store findet man übrigens schon einige Apps, die natürlich auch auf dem Chromebook nutzbar ist. Wer zum Beispiel GMail auch offline nutzen will, der holt sich ganz einfach „GMail offline“, das dann automatisch die letzten E-Mails synchronisiert. Ähnlich ist es bei Google Drive. Sobald man die Webseite (mit Internetverbindung) öffnet, werden die Dokumente synchronisiert und offline verfügbar gemacht. Anschließend kann man diese über die App „Files“ auch bearbeiten wenn man gerade nicht am Netz ist.

Ansonsten kann man sagen, dass das System beim Surfen relativ flüssig läuft und man ein Gefühl hat wie auf einem normalen Desktop-PC. Einzig bei der Multimedia-Wiedergabe merkt man etwas den schwachen Prozessor. Auf YouTube hat man bei einer FullHD Wiedergabe ein leichtes Gefühl von Rucklern, bei Medien die man von einem USB-Laufwerk abspielen will gibt es diese Ruckler sogar schon bei 720p Videos. Übrigens habe ich sowohl .flv, .mkv, .mp4 und .mts Dateien auf dem Gerät getestet, geöffnet werden konnte leider nur die .mp4 Datei.
Die Akkulaufzeit ist von Samsung aus bei 7 Stunden angegeben. Diese konnte ich im W-Lan Betrieb auch knapp erreichen. Wenn man das Mobilfunkmodem aktiviert liegt sie jedoch um einiges darunter.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Chrome OS an einigen Stellen noch nicht ganz ausgereift scheint du dass die Ruckler sicherlich nicht von der Hardware kommen sondern von der Software. Der Prozessor kann nämlich eigentlich FullHD Videos ohne Probleme abspielen und auch der Arbeitsspeicher dürfte ausreichen. Das Notebook ist deshalb nichts für Multimedia-Liebhaber, stattdessen sehe ich es als Zweit-PC für Leute, die mobil nicht nur im Internet surfen wollen sondern auch einen Fokus auf Texte haben. Letzteres ist mit Tablets sehr schwerfällig wie ich finde und genau diese Lücke soll das Chromebook füllen. Die W-Lan Variante gibt es für 299€, mit UMTS werden 349€ fällig. In den USA muss man übrigens weniger dafür löhnen. Dort gibt es die W-Lan Version schon für 249$ (+ Steuern) und die UMTS-Version für 329$ (+ Steuern). Verfügbar ist das Samsung Chromebook noch in dieser Woche im normalen Einzelhandel.

Alle News bequem täglich im E-Mail Postfach? Ganz einfach unseren Newsletter abonnieren.

Seit mehreren Jahren bin ich im Technikblogging-Bereich unterwegs und betreibe u.a. erfolgreich den webOS-Blog. Auch zu finden bei Google+.