Riesen-Smartphone zum Schnäppchenpreis: Das Asus Fonepad Note 6  im Test

Riesen-Smartphone zum Schnäppchenpreis: Das Asus Fonepad Note 6 im Test

Auf der IFA 2013 hat Samsung mit dem Galaxy Note 3 einen echten Smartphone-Leckerbissen präsentiert. Zeitgleich hat Asus mit einem eigenen Smartphone-Tablet-Mix den Koreanern Paroli geboten – und das Fonepad Note 6 zu einem Schnäppchenpreis von 349 Euro vorgestellt. Was Asus mit seiner Antwort auf das Note 3 anders macht und warum der Note-3-Konkurrent trotz schwächerer Hardware einen Blick wert ist, zeigt unser Test.

Design

Abgerundete Ecken, ein schlichter rundumlaufender Metallrahmen und eine glänzende Rückseite aus Kunststoff: Wirft man einen ersten flüchtigen Blick auf das Fonepad , entsteht der Eindruck, man hielte ein Gerät der Galaxy-Note-Reihe in der Hand. Beim Design seines neuen Asus-Smartphones hat sich der Hersteller ganz offensichtlich an dem Look&Feel der Galaxy-Geräte aus der Smartphone-Schmiede Samsung orientiert. Allerdings hat sich der taiwanesische Hersteller nicht wie sein koreanischer Konkurrent beim Gummi-Tier bedient und das Fonepad 6 mit einer Rückseite aus Kunstleder bestückt, sondern eine glatte Rückenschale verbaut. Damit liegt das Gerät zwar angenehm in der Hand, ist aufgrund der rillenlosen Oberfläche aber nicht eben rutschfest. Das fordert vor allem bei der Handhabung seinen Tribut. Zumindest die Einhandbedienung fällt bei dem 6-Zoll-Klopper flach. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn das Gerät ist ohnehin zur Bedienung mit dem beiliegenden Stylus konzipiert. Ärgerlich ist, dass sowohl der Powerbutton als auch der Lautstärkeregler nur schwer mit einer Hand erreichbar sind.

Der Displayrahmen fällt für ein Gerät in dieser Klasse ungewöhnlich breit aus. Das ist schade, denn mit einem Gewicht von 210 Gramm und einer Größe von 165 x 89 x 10 Millimeter Millimetern hält man mit dem Fonepad Note 6 einen unnötig wuchtigen Brummer in der Hand.

Die Verarbeitung des Fonepad 6 ist dafür tadellos. Das Gesamtbild wird weder durch unschöne Spalten noch durch unsaubere Anschlüsse getrübt. Die Slots für SIM- und Speicherkarten sind seitlich hinter einer Schutzabdeckung untergebracht. Der schlaue Stift steckt sicher rechts unten im Gehäuse. Den Home-Button hat sich Asus gespart und an seine Stelle ein schlichtes Asus-Logo gesetzt.

Display

Das sechs Zoll große Display des Fonepad 6 bringt es auf eine Full-HD-Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixeln – und damit auf 367 ppi. Mehr ist auch nicht nötig, um ein scharfes Bild ohne erkennbare Einzelpixel abzuliefern. Auch sonst überzeugt das IPS-Display. Die Darstellung ist kontrastreich, Farben werden intensiv und kräftig wiedergegeben. Auch die Helligkeit ist in den meisten Fällen ausreichend, nur im direkten Sonnenlicht machen sich Reflexionen bemerkbar. Punktabzug gibt es für die nicht ganz optimale Blickwinkelstabilität: Sieht man schräg auf das Display fallen die Farben nämlich ein wenig zu dunkel aus. Wem die Voreinstellungen nicht taugen, der kann das Display aber mit Hilfe der vorinstallierten Apps „Splendid“ noch mal nachbessern. Ein nettes Extra ist auch der Lesemodus, im dem der Bildschirm speziell für die Darstellung von Texten einen augenfreundlichen beigen Anstrich erhält.

Performance

Angetrieben wird das Fonepad Note 6 von einem Intel-Atom-Z2560-Dual-Core-Prozessor mit einer Taktrate von 2 GHz. Dazu gibt es 2 GB RAM. Das klingt auf dem Datenblatt zunächst ein wenig dürftig, vor allem wenn man den Chip mit dem Snapdragon 800 eines Galaxy Note 3 vergleicht. Im Alltag macht sich der schwächere Prozessor allerdings nur selten bemerkbar. Zumindest legt das Smartphonesein flottes Arbeitstempo vor. Ganz ohne kleinere Ruckler geht es aber nicht – besonders bei rechenintensiven Games wie Rennspielen bemerken wir immer wieder kleine Aussetzer. Außerdem werden Befehle gelegentlich mit kurzen Verzögerungen ausgeführt. Gegen die Top-Modelle seiner Geräteklasse kommt das Fonepad Note 6 also nicht an, verstecken muss sich die Leistung des Asus-Smartphones aber trotzdem nicht. Natürlich haben wir uns das Gerät auch noch die üblichen Benchmarks gejagt. Im AnTuTu liegt es knapp über dem Samsung Galaxy S3, was für viele immer noch genug Leistung sein sollte.

Für eigenen Daten stellt Asus 16 GB Speicher zur Verfügung, der sich erfreulicherweise via micro-SD-Karte um bis zu 64 GB erweitern lässt.  Dazu gibt es 5 GB Speicher in der Asus-eigenen Cloud.

Auf LTE hat Asus leider verzichtet. Stattdessen müssen wir uns mit HSPA+ begnügen. Auch NFC hat das Fonepad nicht im Gepäck. Da letzteres im Alltag noch relativ wenig zum Einsatz kommt, dürften die meisten Nutzer mit diesem Abstrich aber aktuell gut leben können.

Software und Stylus

Die Software ist ein weitestgehend naturbelassenes Android 4.2.2., das lediglich um einige, meist sinnvolle, Funktionen erweitert wurde. Mit dabei sind eine Handvoll typischer Asus-Widgets beispielsweise für die Wetter- und die Akkuanzeigen und ein ordentlicher Taskmanager. Außerdem hat der Hersteller seine üblichen Apps, zum Beispiel die Bücher-App „MyLibrary“ und „Asus-Story“, mit der wir aus eigenen Bildern und Texten individuell gestaltete Fotogeschichten basteln können, auf das Gerät gepackt. Wer um die Smartphone-Sicherheit besorgt ist, darf sich außerdem über einen App Locker freuen, mit dem Anwendungen mit einem zusätzlichen Passwort vor unbefugter Nutzung geschützt werden können.

Im Mittelpunkt der Bedienung steht natürlich der im Lieferumfang enthaltene Stylus. Der beherrscht allerdings im Vergleich zu der Stiftbedienung des Galaxy Note 3 nur rudimentäre Funktionen, wie das Erstellen und Bearbeiten von Screenshots. Sobald der Stift aus dem Gehäuse gezogen wird, öffnet sich die Notiz-App „SuperNote“, mit der sich Notizen oder Karten anfertigen und bearbeiten lassen. Eine ordentlich arbeitende Handschriftenerkennung ist ebenfalls an Bord.

Spaß macht auch die vom Galaxy Note abgekupferte Hover-Funktion. Lässt man den Stift knapp über dem Display schweben, zeigt ein blauer Punkt, wo sich die Stiftspitze befindet. Die Anwendungsmöglichkeiten der berührungslosen Steuerung sind allerdings beschränkt. In der Alben-Übersicht kann man beispielsweise durch die verschiedenen Bilder blättern oder innerhalb einer Seite weiterscrollen. Vorschauen und besondere Funktionen lassen sich hingegen nicht berührungslos abrufen.

Ein cooles Feature für schusselige Nutzer ist die Ortungsfunktion des Stylus. Steckt der Stift längere Zeit nicht im Gehäuse schickt das Note 6 nämlich selbstständig eine Erinnerung. Mittels Google Maps kann man sich anzeigen lassen, wo der Stylus zuletzt im Einsatz war.

Multimedia

Size matters – zumindest für alle, die auf ihrem Smartphone gerne das eine oder andere Video gucken. Hier spielt das Asus Fonepad Note 6 mit seinem scharfen 6-Zoll-Display natürlich seine Stärke aus. Unterstützung gibt es dabei von den beiden vorderseitigen Stereo-Lautsprecher, die zwar nicht an den Sound eines HTC One heranreichen, aber in vernünftiger Lautstärke einen angenehm vollen Klang inklusive Bass abliefern. Wird zu laut aufgedreht, schleichen sich allerdings schnell blecherne Töne ein.

Kamera

Bei der Kamera müssen sich User mit mageren 8 Megapixeln begnügen. Das genügt, um im hellen Tageslicht den einen oder anderen Schnappschuss zu schießen, kann aber keinen Fotoenthusiasten hinter dem Ofen vorlocken. Selbst bei idealen Lichtverhältnissen gehen an den Bildrändern Details verloren. Außerdem fallen die Fotos häufig enttäuschend farbarm aus. Da Asus sich den LED-Blitz gespart hat, geraten Aufnahmen in geschlossenen Räumen meist unscharf und verrauscht. Noch größer ist der Wermutstropfen bei Videoaufnahmen, die aufgrund des fehlenden Bildstabilisators schnell verwackeln.

Gelungen sind hingegen die Kamera-Einstellungen, die Asus in ein übersichtliches Menü gepackt hat. Zur Auswahl stehen unter anderem HDR, eine Panoramafunktion und ein Nachtmodus. Außerdem können der Weißabgleich, ISO-Werte und Belichtungszeiten manuell geregelt werden.

Akku

Mit seinem großen Display hat das Fonepad einen echten Stromfresser an Bord – ohne mit einem entsprechend starken Akku zu kontern. Pro Ladung gibt es nämlich nur 3.200 mAh. Damit gehen bei dem Fonepad bei intensiver Nutzung nach rund 7 Stunden die Lichter aus. Zeit gewinnt, wer die Helligkeit herunterregelt und auf energiefressende Anwendungen verzichtet. Über eine durchschnittliche Laufzeit kommt das Fonepad Note 6 aber auch im Schongang nicht hinaus. Obendrein ist der Akku fest verbaut, was einen Austausch unmöglich macht. Um vollständig wieder aufzutanken muss das Gerät rund 3 Stunden an die Steckdose.

Fazit

Mit dem Fonepad Note 6 hat Asus derzeit eine gute Alternative zu Samsungs Galaxy Note 3 im Programm. Dank des tollen Displays, einer ausreichenden Leistung und den überdurchschnittlichen Lautsprechern bietet das Gerät im Prinzip alles, was man von einem Phablet erwarten darf. Auch die Stiftbedienung, obwohl weniger ausgefeilt als die der Konkurrenz, überzeugt. Umso bedauerlicher sind die Schwächen des Geräts, etwa die altbackene Optik, unschöne Haptik und die schwächelnde Kamera. Wer über diese Mängel hinwegsehen kann, bekommt mit dem Fonepad aber ein solides Gerät in die Hand. Gegenüber dem rund 590 Euro teuren Samsung-Device hat das Asus-Phablet auf jeden Fall ein schlagkräftiges Argument auf seiner Seite: Den Preis.

Info: Gastautorin Marion hat das meiste zu dem Test beigetragen. Danke dafür!

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