LG Optimus G Pro mit 5,5 Zoll FullHD Display im Test

LG Optimus G Pro mit 5,5 Zoll FullHD Display im Test

SAMSUNG CSCLG hat bereits auf dem MWC 2013 das Optimus G Pro Smartphone präsentiert, welches damals eigentlich ein ziemlich gutes Smartphone war. Es war nämlich Februar und es gab noch so gut wie kein Smartphone mit dem Snapdragon 600 Prozessor von Qualcomm und auch kaum eines mit einem FullHD Display. Beides hatte das LG Optimus G Pro, jedoch hat man bei den Koreanern mal wieder ein wenig bei der Markteinführung gepennt. So kam es erst jetzt im August hierzulande an den Start, meines Erachtens etwas zu spät. Trotzdem ist das Smartphone jetzt keineswegs schlecht, im Gegenteil. LG zeigt beim Optimus G Pro ein paar gute Ansätze, die sie hoffentlich auch in andere Smartphones übernehmen. Unser Test verrät so gut wie jedes Detail über das Smartphone, Fragen können trotzdem gerne in den Kommentaren gestellt werden.

Technische Daten und Design des LG Optimus G Pro

Wie bereits eingangs erwähnt kommt das LG Optimus G Pro mit einem leistungsstarken und derzeit üblichen Snapdragon 600 Prozesor von Qualcomm. Da dieser auch im Galaxy S4 und dem HTC One steckt, ist das Optimus G Pro was die Performance anbelangt auf einer Höhe mit der Konkurrenz aus Korea und Taiwan. auch beim Ram setzt man auf 2gb, was heutzutage ebenfalls als normal gilt.

Beim Display hat man die selbe Diagonale wie auch beim Galaxy Note 2 gewählt. LG hat jedoch den Raum gut ausgenutzt, denn das Gehäuse ist 1.1mm niedriger,  3.5mm schmäler und auch 0.4mm dünner. Natürlich ist das nicht allzu viel, beweist jedoch dass es LG doch noch “kann”. Nebenbei es es übrigens auch noch 8 Gramm leichter und wiegt 172g. das Display ansich kommt mit einer FullHD Auflösung, sodass man mit dem bloßen Auge wirklich keine Pixel erkennen kann.

Was die Tasten anbelangt hat man eine ähnliche Belegung wie bei der Konkurrenz.  Unten einen Hardware Home Button,  rechts einen Touch Menübutton, links ein Touch Zurückbutton. Rechts gibt es den An-/Ausschalter, links den Lautstärkeregler. Oberhalb  des Lautstärkereglers gibt es noch eine Besonderheit. Ein zusätzlicher Button, den LG “Schnelltaste” nennt. Diese Taste kann man im Menü des LG Optimus G Pro frei belegen, wo wir dann auch später noch mal eingehen werden.

LG Optimus G Pro mit abgenommener Rückseite

LG Optimus G Pro mit starkem 3140mAh Akku

An der Rückseite finden wir noch eine 13 Megapixel Kamera mit Blitz, an der Frontseite eine mit 2 Megapixel. Gefertigt ist die Rückseite aus Kunststoff und fühlt sich ähnlich an wie die des Note 2. Wenn man die Rückseite des Optimus G Pro abnimmt verbirgt sich hier der Akku mit 3140mAh, ein microSD Slot sowie der microSIM Slot. Einzige Überraschung war hier die integrierte Qi-Ladefunktion, die LG nirgends erwähnt. Das ist natürlich ziemlich genial, könnte es aber auch irgendwo mal erwähnen.

Der Home-Button ist gleichzeitig natürlich dafür da um von jeder App wieder zurück zum Startbildschirm gelangen, dient hier aber zusätzlich auch als Benachrichtigungs-LED. Je nachdem welche Benachrichtigung erhält, leuchtet dieser Rundum in einer Farbe oder auch in verschiedenen Farben gleichzeitig. Sehr schick gelöst!

LG Optimus G Pro in der Praxis

Performance

lg_optimus_g_pro-01Das LG Optimus G Pro macht in der Praxisnutzung sehr viel Spaß.  Dies liegt hauptsächlich an den sinnvollen Erweiterungen die LG gemacht hat,  aber auch an der Akkulaufzeit. Letzteres messe ich ganz gerne immer durch die Nutzung als Hotspot. Habe das G Pro über 2,5 Stunden intensiv als Hotspot (LTE, EDGE, HSPA gemischt) und hatte danach trotzdem noch 80 Prozent der Akkuleistung. Auch bei intensiver Nutzung kann man also dagegen, dass der Akku gut über einen Tag hinaus durchhalten sollte.

Softwareanpassungen

Wenn wir gerade von der Akkuleistung reden, wären wir auch schon an den Software Anpassungen. LG hat namlich im Einstelllungsmenü die Akkuanzeige sinnvoll mit einer Anzeige der vorraussichtlichen Restlaufzeit erweitert.  Dies können sonst nur Apps wir Battery Monitor, umso besser dass es LG direkt einbaut. Wer will kann hier auch gleich die Akkuanzeige in Prozent aktivieren.

Wo wir nun schon bei den Einstellungen sind: dort lässt sich auch die eingangs erwähnte Schnelltaste belegen. Standardmäßig ist diese mit QuickNote belegt. Einmal die Taste gedrückt, wird ein Screenshot der aktuellen Ansicht gemacht und in QuickMemo geöffnet. Ohne jegliche Verzögerung kann man dann hier rum malen, Notizen einfügen und daraus auch eine normale Notiz ohne Screenshot im Hintergrund machen. Zudem hat man eine Möglichkeit die Notiz anschließend im Vordergrund anzeigen zu lassen und kann währenddessen das Gerät ganz normal weiternutzen. Man hat also zunächst den Eindruck, dass auf das Display geschrieben wrurde, merkt dann aber natürlich dass das Ganze nur digital ist.

Benachrichtigungsleiste – QuickRemote und QSlide

Da beim LG Optimus G Pror mit 5,5 Zoll ein wirklich großes Display verbaut ist, gibt es wie beim Galaxy Note 2 auch entsprechende Apps, die einen besonders großen Nutzen davontragen. Diese Apps nennt LG im Optimus G Pro „QSlide Anwendungen“. Dies sind eine Reihe von Anwendungen, die man als Popup starten, beliebig verschieben und sogar die Transparanz ändern kann. Wie auch beim Note 2 müssen diese Apps aber speziell angepasst sein und so gibt es nur Apps von LG, die die ganze Sache unterstützen. Dazu gehört die Videos-App, der Browser, die Notizen, der Kalender sowie der Rechner. Zugänglich sind diese Apps durch runterziehen der Benachrichtigungsleiste.

Aus der Benachrichtigungsleiste hat man auch noch Schnellzugriffe wie Hotspot, W-Lan, NFC, Bluetooth, Synchronisierung, Miracast, GPS, Flugmodus und Energieverwaltung platziert. Mit nur einem Druck können diese deaktiviert und aktiviert werden. Die Reihenfolge kann man selbstverständlich ach seinen Bedürfnissen festlegen. Was LG ebenfalls noch in die Benachrichtigungsleiste gebaut hat ist QuickRemote. Da das Optimus G Pro genau wie das Galaxy S4 und das HTC One einen Infrarot-Port verbaut hat, kann man das Gerät auch als Fernbedienung verwenden.

LG Optimus G Pro QuickRemote auf dem Sperrbildschirm

QuickRemote auf dem Sperrbildschirm

Wenn man QuickRemote auf dem LG Optimus G Pro aktiviert hat, platziert sich die Steuerung dafür in die Benachrichtigungsleiste. Zuvor muss man natürlich mindestens ein Gerät einrichten. Letzteres ging sehr einfach und mit den Fernsehern und Receivern von so gut wie jedem Hersteller. Zudem legt sich QuickRemote auch auf den Homescreen was ich besonders praktisch finde. Ohne das Display komplett zu entsperren hat man die Möglichkeit den TV zu steuern. Falls man dies nicht möchte, drückt man einfach die Hometaste bei gesperrtem Bildschirm und schon verschwinden die Fernbedienungs-Tasten wieder.

Wer es noch einfacher haben möchte, kann in QuickRemote auch einstellen, dass diese automatisch angezeigt werden soll wenn man mit einem bestimmten W-Lan verbunden ist. Seid ihr also in eurem Heim W-Lan bekommt ihr die QuickRemote dann automatish angezeigt.

Einhändige Bedienung

Tastatur für einhändige Bedienung

Tastatur für einhändige Bedienung

Da das Gerät mit dem großen Display einhändig sehr schwer ist zu bedienen gibt es bei LG auch Einstellungen zur einhändigen Bedienung. Dies betrifft hauptsächlich die Tastatur, die man durch ein einfaches „von rechts nach links“ wischen an die rechte Bilschirmseite verfrachten kann. Ähnliches funktioniert auch in die andere Richtung. Dadurch werden die Tasten auch etwas kleiner und lassen sich besser bedienen, vor allem wenn man nicht unbedient die riesen-Hände hat. Aufpassen, dass das Smartphone nicht aus der Hand rutscht muss man aber trotzdem.

Kamera

Bei der Kamera gibt es natürlich ebenfalls Anpassungen von LG. Genau wie viele andere Hersteller auch, hat man hier ein eigenes Interface gebaut. Dieses ist schlicht gehalten, bietet aber dennoch wichtige Funktionen. Wer sich gar keine Gedanken machen will, der nutzt einfach den ingelligenten Automatik-Modus. Hier wird Szene, Verschlusszeit, Belichtung uvm. Vollautomatisch gewählt. Über die TimeCatch Funktion werden darüber hinaus schon Bilder gemacht bevor man überhaupt abdrückt. Dies eignet sich bei schnellen Szenen wie zum Beispiel Sportaufnahmen.

In den Einstellungen finden sich noch weitere Dinge wie zum Beispiel den Sprachauslöser oder einen Timer sowie auch eine manuelle Szenenwahl. Der häufig eine bestimmte Funktion nutzt, kann das Menü in der Kamera auch entsprechend anpassen und so belegen wie man möchte. Wie die Qualität der Bilder ist, kann jeder anhand der Beispielbilder oben selbst entscheiden. Besser als mein Nexus 4 ist die Qualität auf jeden Fall, ob sie an das HTC One, Galaxy S4 oder iPhone 5 rankommt ist fraglich – schätze eher nicht.

Nur Android 4.1.2

Als Android-Betriebssystem läuft hier übrigens „nur“ die Version 4.1.2. Hier hätte LG sicherlich das Gerät gleich mit Android 4.2.2 ausliefern können, auch wenn man bedenkt, dass das LG Optimus G Pro in anderen Ländern der Welt bereits seit einer ganzen Weileauf dem Markt ist. Ein Update wird sicherlich kommen, die Frage ist wie so oft jedoch: „wann?“. Diese kann wohl keiner so direkt beantworten.

Fazit

Das LG Optimus G Pro ist eine gelungene Antwort auf das Samsung Galaxy Note 2. LG macht sinnvolle Softwareanpassungen, die nicht überladen sind und allesamt wirklich nützlich. Allerdings ist die Frage wie LG das Gerät in Zukunft platziert. Die IFA steht nämlich vor der Tür und dort wird Samsung das Galaxy Note 3 präsentieren. Samsung wird dort zeigen, dass sie in der letzten Zeit nicht geschlafen haben und werden uns ein ordentliches Gerät auf den Tisch zaubern. Wenn LG das Optimus G Pro dann preislich gut platziert, könnte es einige Note-Käufer zu dem anderen koreanischen Konzern ziehen. Allerdings nur Menschen, die den Eingabestift im Note sowieso nicht nutzen.

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