LG G2 im Test – enorme Akkulaufzeit und gutes Gesamtpaket

LG G2 im Test – enorme Akkulaufzeit und gutes Gesamtpaket

SAMSUNG CSC

Bei der Präsentation des LG G2 waren viele skeptisch. Ein Smartphone mit Tasten an der Rückseite? Etwas komisch auf den ersten Blick. Dennoch: Das Smartphone ist sehr schick, hat kaum einen Displayrand und hat sofort meine Aufmerksamkeit gewonnen. Ich hatte nun Zeit es ein paar Tage auf Herz und Nieren zu testen und werde in diesem Test nun mein Fazit daraus ziehen. Fragen dürfen natürlich gerne im Anschluss gestellt werden.

Technische Daten und Design des LG G2

Das LG G2 kommt nicht wie das LG Optimus G Pro mit einem Snapdragon 600 sondern mit einem Snapdragon 800 Prozessor. Dieser ist mit 2,3Ghz getaktet und besitzt 4 Kerne. Dies ist derzeit eigentlich das Höchste der Gefühle und eines der schnellsten Smartphones auf dem Markt. Gepaart mit 2GB Ram macht das Gerät wirklich laune und man verspürt keinerlei Verzögerung. Bei der Kamera setzt man auf eine mit 13 Megapixel, die noch einen optischen Bildstabilisator besitzt. Dies macht natürlich auch Videos in FullHD. Bei der Frontkamera setzt man auf 2 Megapixel, was für Videochats ausreichen sollte.

Die Abmessungen des Geräts betragen 138,5 x 70,9 x 9,14 cm, was bei einer Displaydiagonale von 5,2 Zoll bzw. 13,2 cm ziemlich gut ist. Es ist nur minimal breiter als mein Nexus 4 (4,7 Zoll) und auch nur minimal höher. In der Dicke geben sich beide Geräte so gut wie nichts. Beim Akku setzt LG auf einen riesigen mit 3000mAh. Den Preis, den man dafür zahlen muss? Die Rückseite ist leider nicht abnehmbar und somit besitzt das Gerät auch keinen microSD Slot. Auf was man noch verzichtet hat? Auf eine Qi-Ladefunktion. Diese soll später via Case zwar erhältlich sein, ist standardmäßig aber nicht eingebaut.

Bei den Tasten hat man sich bei LG etwas spezielles überlegt. Diese sind an der Rückseite unter der Kamera platziert. Hier kann man die Lautstärke ändern oder das Gerät aufwecken. Wem das auf Dauer zu unhandlich ist, kann das Gerät auch durch zweimaliges Tippen auf den Bildschirm aufwecken und wieder in den Schlaf versetzen. Gerade wenn das LG G2 auf dem Tisch liegt, hat sich herausgestellt, dass letzteres praktischer und einfacher ist. Nach etwas Eingewöhnung findet man aber auch die Tasten an der Rückseite mit dem Zeigefinger sehr schnell.

SAMSUNG CSCBei der Verarbeitung kann man sagen, dass LG hier gerne etwas hochwertigere Materialien verwenden könnte. Das Gerät besteht aus Kunststoff und besitzt zu den Seiten hin eine gebogene Rückseite. Dadurch liegt es trotzdem gut in der Hand und rutscht nicht allzu schnell vom Tisch. Hardware-Buttons hat man sich glücklicherweise gespart und dafür etwas Display-Platz gewonnen. Das ist auch gut so. Als Betriebssystem gibt es Android 4.2.2 mit den üblichen Anpassungen von LG, wie diese im Detail aussehen verrät der folgende Teil.

LG G2 im Praxiseinsatz

Performance

AnTuTu Benchmark des LG G2

AnTuTu Benchmark des LG G2

Bei der Performance kann man wie ich Eingangs schon erwähnte nicht meckern. Alles läuft flüssig, man spürt keine Aussetzer, Spiele laden extrem schnell und die Grafiken sind top. Um dies zu beweisen habe ich einfach mal den AnTuTu Benchmark 4.0.1 Benchmark über das Gerät laufen lassen. Hier erkennt man deutlich welche Power in dem schicken Smartphone steckt. Es liefert nämlich 36067 Punkte und sticht damit das Galaxy S4 LTE-A mit einem Score von 31000 Punkten aus. Natürlich liegt es mit diesem Score auch über dem HTC One und über dem LG Optimus G Pro.

Akku

Die Akkulaufzeit ist Kaufentscheidend!

Die Kaufentscheidung fällt bei mir mittlerweile beim Akku. Wenn der Akku schlecht ist oder das Gerät mich nicht durch den Tag bringt, dann fällt es bei mir eigentlich schon durch das Sieb. Genau das ärgert mich beim Nexus 4 mittlerweile. Der Akku hält bei meiner Nutzung kaum noch 10 Stunden durch, sodass ich eigentlich immer ein Akku-Pack mitschleppen muss. Beim LG G2 ist das anders. Ich kann (bei selber Nutzung natürlich) das Gerät über den ganzen Tag nutzen und habe am Ende immer noch 40% vom Akku übrig.

lg g2 akku

Kurz was zu meiner Nutzung: Ich synce E-Mails, Twitter, Facebook, navigiere ab und an, lade Bilder hoch und checke eben häufiger Twitter, Facebook und co. Alles entweder per W-Lan, oft aber auch über UMTS. Der obige Screenshot soll ein wenig zeigen wie ich mein Smartphone nutze und für diese Nutzung ist der LG G2 Akku wirklich Top! Mein Nexus 4 hätte ich in der Zeit wohl gerade zum zweiten mal ans Ladekabel hängen müssen, beim LG G2 muss ich noch nicht mal daran denken.

Softwareanpassungen

Wie immer gibt es bei den Android-Smartphones natürlich auch Anpassungen seitens des Herstellers. Von diesen bin ich eigentlich meist kein besonders großer Fan, jedenfalls will ich euch einige davon nun zeigen. Manche sind nämlich wirklich cool und machen sehr viel Sinn.

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Links: Tastatur vor dem Absenden, rechts: Tastatur nach dem Absenden

Leider muss ich sagen, dass mir die LG-Tastatur nicht wirklich gefällt. Sobald man nämlich zum Beispiel in WhatsApp etwas schreibt, springt über der Tastatur ein kleiner Balken mit Wortvorschlägen auf. Wenn man die Nachricht abgesendet verschwindet dieser Balken wieder. Dies nervt wirklich tierisch, da ständig das Bild hin und her springt und man beim Absenden einer Nachricht in WhatsApp manchmal auch den Absenden Button dadurch nicht tritt. Zum Glück gibt es aber andere Tastaturen und mittlerweile gibt es ja auch die Original Google-Tastatur im Google Play Store.

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Links: Geöffnete QSlide-App, rechts: “minimierte” QSlide App

LG hat siich zudem noch ein paar wirklich sinnvolle Features einfallen lassen, die auch schon im G Pro teilweise vorhanden waren. So gibt es zum Beispiel hier die sogenannten QSlide Anwendungen. Diese sind über die Benachrichtigungsleiste unter dem gleichnamigen Punkt aufrufbar. Sobald man diese öffnet wird ein Popup mit der entsprechenden App erzeugt und man kann sie während man andere Apps bedient verwenden. Wenn man das Fenster zudem an den rechten Bildschirmrand schiebt, wird ein kleines Icon daraus, das immer im Vordergrund sichtbar ist (ähnlich wie die Facebook Chat Heads). Auch die Transparenz der einzelnen Fenster lässt sich einstellen, wie immer gibt es aber leider nur Apps von LG mit denen man QSLide ntuzen kann. Derzeit sind Videos, Browser, Telefon, Nachrichten, Kalender, Notizen, Voice Mate, E-Mail, Datei Manager und Rechner nutzbar. WhatsApp? Nein. Hangouts? Nein. Twitter? Nein. Facebook? Nein. Dennoch ein Feature was man ab und zu nutzen wird.

slide-aside

Slide Aside: Übersicht der “gespeicherten” Apps.

Weiter geht es mit Slide Aside. Dieses Feature ist von der Idee eigentlich sehr gut, wurde in der Praxis nur ein wenig kompliziert umgesetzt. Was Slide Aside macht? Es speichert den Zustand einer bzw. mehrerer gewählter Apps, auch wenn ihr auf “alle Apps schließen” geht. Wie das Funktionert? Wenn ihr eine App offen habt wischt ihr mit drei fingern vom rechten Bildschirmrand zum linken Bildschirmrand. Als Benachrichtigung erhaltet ihr dann oben dass die App gespeichert wurde. Aufrufen könnt ihr das Ganze dann entweder über die Benachrichtigungsleiste oder indem ihr die selbe Geeste vom linken zum rechten Bildschirmrand macht. Hier bekommt ihr dann eine Übersicht der gespeicherten Apps in einer Karten-Optik und könnt dieser auch direkt wieder schließen.

quick-memo

Genau so wie das G Pro bekommt auch das LG G2 Quick Memo spendiert. Hiermit könnt ihr den aktuellen Bildschirm einfrieren und dann Munter darauf rummalen. Anschließend habt ihr die Möglichkeit das Ganze entweder als Overlay auf dem Bildschirm zu lassen oder es als Bild zu speichern. Zudem habt ihr die Möglichkeit einen einfarbigen Hintergrund dahinter zu legen, sodass ihr das Ganze als normale Notiz-App verwenden könnt. Aufrufen könnt ihr Quick Memo am Einfachsten über die Shortcuts in der Benachrichtigungs-Leiste.

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Was sonst eigentlich nur bei Android Jelly Bean Tablets integriert ist, bringt LG erstmalig auch auf Smartphones. Der Gastmodus sorgt nämlich dafür, dass ihr einen separaten Account einrichten könnt, auf den ihr mit einem speziellen Entsperrmuster Zugriff habt. Dabei könnt ihr auswählen welche Apps der “Gast” verwenden kann und welche nicht. Für den Haupt-Account müsst ihr außerdem ein separates Muster festlegen über das dann die Authentifizierung funktioniert. In der Praxis funktioniert die Einrichtung sehr schnell und auch die Auswahl der “erlaubten” Apps ist schnell erledigt.

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Mein absolutes Lieblings-Feature ist aber ganz eindeutig der “drahtlose Speicher“. Damit kann man ganz einfach eine Windows bzw. Samba Freigabe auf dem Smartphone erstellen und dann von jedem kompatiblen Betriebssystem aus darauf zugreifen. Perfekt ist das zum Beispiel wenn man mal schnell im W-Lan Daten auf sein Smartphone kopieren will ohne Ständig per Kabel verbunden sein will. In diesem Video habe ich die Prozedur ja schon erläutert, sodass ich hier nicht mehr separat weiter drauf eingehen werde.

clip-ablage

Ein weiteres sehr nützliches Feature ist die Clip Ablage. Dies ist im Prinzip eure Zwischenablage, jedoch speichert das Gerät automatisch alles, was ihr jemals per kopieren Befehl innerhalb des Geräts kopiert habt. Aufrufen könnt ihr anschließend das Ganze indem ihr lange in ein Textfeld drückt und statt “einfügen” dann “Clip Ablage” wählt. Unten öffnet sich dann eine Leiste mit den zuletzt zwischengespeicherten Dingen und ihr kann man nun ganz Bequem den Text auswählen, den man einfügen will. Auch Bilder werden hier übrigens gespeichert, allerdings logischerweise bei einem Textfeld deaktiviert.

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Wie beim Optimus G Pro gibt es auch beim LG G2 einen Infrarot-Sender sowie LGs Quick Remote App. Nach schneller erstmaliger Konfiguration kann man sein komplettes Heimkino vom Smartphone aus steuern und dabei werden natürlich nicht nur LG Geräte unterstützt sondern eine ganze Reihe von Geräten. Die Liste ist wirklich ewig lang und es dürften rund 300 Hersteller alleine bei dem TV-Bereich vertreten sein.

Was LG sonst noch so verbaut hat? Eigentlich sehr viele Anpassungen an der Oberfläche, über die man sich teilweise natürlich auch streiten kann. So finde ich die Benachrichtigungs-Leiste leider etwas zu voll und unübersichtlich. Klar, man hat direkt die Displayhelligkeit und auch die Lautstärke im Blick aber irgendwie gibt kaum noch Platz für die Benachrichtigungen der Apps. In den Einstellungen findet man leider nichts dies zu ändern, jedoch findet man hier allerhand andere tolle Dinge.

touch-keys

So kann man beispielsweise festlegen welche Belegung die Touch-Keys haben sollen. Man kann dabei zum Beispiel die Reihenfolge der Buttons ändern aber auch eine Transparenz oder Hintergrundfarbe festlegen. Wer zum Beispiel kleinere Hände hat, legt sich einfach einen Button zum Aufrufen der Benachrichtigungsleiste neben die Touch-Keys und schon spart man sich das “von oben nach unten Wischen”.

Ähnlich wie auch die Samsung-Geräte und das Optimus G Pro besitzt das LG G2 eine Augenerkennung, die man optional aktivieren kann. Somit schaltet sich das Display erst dann aus, wenn man auch wirklich wegschaut. Ähnliches gibt es auch für den Video-Player, hier heißt es dann aber “Smart Video” Beides funktioniert gut, wobei es hier sehr auf die Lichtverhältnisse ankommt und darauf wie man das Smartphone hält.

LED Benachrichtigung

LED Benachrichtigungen

In den Einstellungen lässt sich auch noch die Schriftgröße sowie die Schriftart ändern. Bei der Schriftgröße hat man die Wahl zwischen 6 Stufen, bei der Schriftart kann man aus 7 wählen die alle mehr oder weniger schick sind. Über den Punkt “LED-Benachrichtigungen” lässt sich das Verhalten der Benachrichtigungs-LED an der Front einstellen. Ihr wollt nur bei verpassen Anrufen ein Blinken der LED haben? Oder nur bei einer Kalenderbenachrichtigung? Kein Problem. Was ich hier vermisse: Man kann die Farbe der Benachrichtigung nicht umstellen.

LGs Voice MateWas man noch am Rande erwähnen könnte, wäre der Voice Mate. Dies soll eine Antwort auf Samsungs SVoice sein und darüber kann man nicht nur das Netz durchsuchen sondern auch Dinge machen wie zum Beispiel das Smartphone per Spracheingabe stumm zu schalten oder aber das WiFi aktiveren bzw. deaktivieren. Bisher ist es nur in englischer Sprache verfügbar und auch LG erwähnt das Feature nicht wirklich, sodass es wohl vorerst nur auf die US-Geräte kommt. Zudem ist es bisher auch noch ziemlich lahm und eigentlich nur sehr eingeschränkt nutzbar.

In einem Video fasse ich euch noch mal all die Features zusammen, die ich euch hier beschrieben habe.

Kamera

Die 13 Megapixel-Kamera macht nicht nur ordentliche Bilder sondern auch sehr gute Videos. Im Vergleich mit meinem Nexus 4 ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht, im Vergleich zu anderen Smartphones ist es wohl nicht so extrem. Was man aber sagen kann: Das LG G2 hat einen guten optischen Bildstabilisator und bei guten Lichtverhältnissen löst die Kamera extrem schnell aus. Oben habe ich euch noch ein paar Beispielbilder auf denen ihr sehen könnt, was die Kamera so drauf hat.

Wie immer hat LG hier auch diverse Modi eingebaut mit denen man Bilder schießen kann. Man kann zum Beispiel ein Panorama erstellen, ein Foto gleichzeitig mit der Front ud Rückkamera schießen oder eine Serienaufnahme anfertigen. Wer es etwas detaillierter will kann auch noch die ISO-Werte verändern, einen manuellen Weißabgleich machen, Farbeffekte hinterlegen, die Helligkeit ändern, den Fokus manuell einstellen und vieles mehr. Toll ist, dass es auch einen Sprachauslöser gibt und dass man den Verschlusston abschalten kann. Letzteres wurde bei vielen Android-Geräten schlichtweg vergessen.

Fazit

Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt bin ich mehr als angetan von diesem Gerät. Es bietet im Prinzip alles, was ein aktuelles Android-Smartphone benötigt: Eine enorm gute Akkulaufzeit, herausstechende Leistung sowie ein schickes und klares FullHD Display. DIe Tasten an der Rückseite sind zunächst Gewähnungssache, sobald man den Dreh raus hat merkt man, dass sie eigentlich gar nicht so dumm sind wie man zunächst denken mag. Die Softwareanpassungen sind Geschmacksacke, dank der Vielzahl an vorhandenen Standard-Apps im Google Play Store (wie zum Beispiel die Tastatur) aber kein Problem. Ich persönlich werde noch abwarten was mit dem Nexus 5 auf den Markt kommt und werde mir wohl dann das LG G2 zulegen. Und: Für 499€ Startpreis für solch ein Flagschiff kann man wirklich nicht meckern.

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Seit mehreren Jahren bin ich im Technikblogging-Bereich unterwegs und betreibe u.a. erfolgreich den webOS-Blog. Auch zu finden bei Google+.