Ebook-Reader Kobo glo im Test

Im Oktober hatten wir das Vergnügen den Ebook Reader glo von Kobo zu testen. Er war für eine Woche unser ständiger Begleiter im Zug, in der Universität und auf der Couch.

Das Drumherum:

In der Schachtel fanden wir neben dem Reader auch das obligatorische USB Ladekabel mit Steckdosenadapter und eine Bedienungsanleitung aus Papier. Eigentlich etwas ironisch, da es sich um einen Ebook Reader handelt, aber man läuft zumindest nicht in Gefahr es ausversehen zu löschen.
Der Reader wiegt 185 Gramm und besitzt die ziemlich kompakten Maße 157 x 114 x 10 mm. Das Plastikgehäuse ist sehr gut verarbeitet und überall matt gehalten, weshalb der glo auch bei direkter Sonneneinstrahlung nirgendwo spiegelt. Unser Modell war weiß mit türkiser, geriffelter und ansprechender Rückseite, die ihn sehr angenehm in der Hand liegen lässt.

Die Bedienung:

Tasten gibt es am Reader überraschend wenige. Nur an der oberen Seite befindet sich die Power Taste als Slider und eine weitere Taste zum zu- beziehungsweise abschalten der Hintergrundbeleuchtung. Der Rest der Bedienung findet über den gut reagierenden 6 Zoll Touchscreen (eInk pearl) mit einer 1024×758 Pixel Auflösung statt.
Das Menü ist vergleichsweise spartanisch und etwas ungünstig positioniert. Entweder fummelt man am unteren Rand, am rechten oberen Rand oder in den Ecken herum. Die Icons reagieren zwar gut und wenn man dann erst mal in einem Untermenü ist, füllt sich auch der ganze Bildschirm, aber das wäre besser zu lösen gewesen.
Ein Browser ist zwar integriert, aber eigentlich nicht nutzbar, das WLAN ist in erster Linie zum Erwerb von Büchern gedacht. Ein Wörterbuch ist auch vorhanden, aber die Markierung von Wörtern im Text funktioniert etwas unrund. Die unterstützten Formate sind ePub, PDF, TXT, HTML, RTF, CBZ und CBR. Man kann den glo also auch für PDF Texte aus der Universität nutzen.
Der integrierte Shop ist recht übersichtlich und in sinnvollen Kategorien geordnet, aber enthält relativ wenige deutschsprachige Bücher. Wenn man sich also keine anderen Quellen erschließt und mit Calibre seinen glo am PC verwalten will, stößt man hier relativ schnell an die Grenzen der Auswahl. Dennoch positiv, dass Kobo einen Shop anbietet, andere Hersteller wie Sony haben dies zwar in Planung, erschienen ist aber noch nichts.

Notizen und Akkulaufzeit

Ohne Hintergrundbeleuchtung und bei sparsamer WLAN Nutzung hält der Akku die übliche Laufzeit von bis zu einem Monat oder 10000 Seiten durch. Die Hintergrundbeleuchtung ist in Stufen regulierbar und reduziert die Laufzeit drastisch, aber eine Woche sollte man problemlos durchhalten können.
Notizen kann man zwar am glo anfertigen, allerdings ist das mit Vorsicht zu genießen. Gelegentlich verschwinden alle vorherigen Notizen, wenn man eine Neue anlegt. Sicherer ist es, wenn man Notizen am PC hinzufügt und das Buch anschließend an den Reader schickt und dort nur liest, aber nicht daran rumwerkelt.

Fazit:

Der Kobo glo hat Stärken und Schwächen. Die Bedienung ist simpel, aber spartanisch. Das Lesen macht Spaß, alles andere aber nicht. Der Reader ist kein Allrounder, sondern eigentlich ein reines Lesegerät mit Hintergrundbeleuchtung und fast ausschließlicher Bedienung über den Touchscreen als Alleinstellungsmerkmal. Wem das ausreicht, der sollte sich den glo einmal genauer anschauen, wer aber auch nur ein bisschen mehr will und dafür auf die Beleuchtung verzichten kann, sollte sich den Sony eReader anschauen, der für ähnlich viel Geld zu haben ist. Und hier ist auch der größte Schwachpunkt dieses neuen Modells von Kobo: Knapp 130€ sind etwas viel für dieses Gerät, liegt damit aber gleich auf mit der Konkurrenz von Sony und Amazon. Hier muss letztendlich der Kunde entscheiden welches Gerät ihm besser gefällt, denn: Jeder eReader hat seine Stärken und Schwächen.

Positiv negativ
  • sehr gute Verarbeitung
  • zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung
  • simple Bedienung
  • gängige Formate
  • schickes und mattes Design
  • Shopzugang
  • Gute Auflösung
  • fummelige Bedienung
  • kein nennenswerter Browser
  • reines Lesegerät

Zum Abschluss haben wir noch ein Video für euch:

Alle News bequem täglich im E-Mail Postfach? Ganz einfach unseren Newsletter abonnieren.

"Der Editor editiert, der Redakteur redaktiert?"