Dell XPS 13 Ultrabook im Test

Andauernd hört man von Ultrabooks, kleine, dünne und halbwegs starke Notebooks, die, wenn auch ungewollt, sehr gerne mit der Mac Book Air Reihe konkurrieren sollen. Ich habe ein Dell XPS 13 zugeschickt bekommen und konnte es nun auch ein paar Tage ausprobieren. Den Testbericht lest ihr nach dem Break.

Dell war so gütig und hat mir das “kleinste” Modell zugeschickt, “klein” bezieht sich aber weder auf den Preis, noch auf die Größe, sondern eher auf die Komponenten. Das Modell ist mit einem Core i5 und einer 128GB SSD ausgestattet, die “größte” Variante bitetet da schon einen Core i7 und eine doppelt so große SSD mit rund 256GB, während das Zwischenmodell mit demselben Core i5, dafür mit einer 256GB SSD ausgestattet ist. Der Unterschied liegt hier natürlich auch im Preis. Mein und das somit auch günstigste Modell kostet stolze 1149€, die Preise gehen hoch bis 1500€. Die Modelle besitzen alle “nur” 4GB RAM, mehr gibt es leider nicht. Die Modelle findet ihr natürlich auch alle im Dell Shop.

Technische Daten


Maße/Gewicht: 18 mm x 316 mm x 205 mm / 1,36Kg
Betriebsystem: Windows 7 Home Premium
Display: 13,3 Zoll (1366×768)
Prozessor: Intel Core i5-2467 (2×1,6GHz, TurboBoost bis zu 2,3GHz)
Grafik Intel HD 3000
Arbeitsspeicher 4GB RAM
Speicher 128GB (Samsung MP830 SSD)
Kamera 1,3 Megapixel
Konnektivität: W-Lan a/g/n, Bluetooth 3.0
Anschlüsse Mikrofon/Audio Kombi, 1x USB 2.0, 1xUSB 3.0, Mini Display Port

Verpackung und Lieferumfang

Auf mich wartetet ein großes Paket, die Freude war groß, doch insgesamt war der Paketinhalt eher enttäuschend (abgesehen vom eigentlichen Produkt). Im großen Paket steckte ein viel viel kleineres, wenn auch sehr ansehnliches Paket. So sind darin natürlich das Ultrabook, ein relativ schmales Netzteil, ein paar Zettelchen (Garantie usw.) und eine Recovery CD enthalten. Auch wenn das Ultrabook kein Laufwerk besitzt, finde ich die beiliegende CD nicht schlecht, im Zweifelsfall ist man froh, wenn man einen Datenträger besitzt. Das Dell selbst war wieder komplett in Plastik eingehüllt, als Halb-Öko finde ich das ebenfalls nicht wirklich prickelnd. Eventuell wäre eine Schutzhülle hier besser gewesen, bei dem derartig hohen Preis hätte zumindest ich mir so etwas gewünscht. Leider war es das auch schon, keine Adpater, kein weiteres Zubehör. Wenn ihr weiter lest, werdet ihr auch merken, wieso ich dies bemängel. Der Balazs war übrigens noch so freundlich und hat ein passende Unboxing Video gedreht:

 

Das Dell XPS 13 von außen

Es heißt nicht umsonst Ultrabook, es ist schließlich sehr dünn. Die dünnste Stelle soll angeblich nur 6mm messen, an der dicksten Stelle 18mm. Ich habe es nicht nach gemesen, im Vergleich zu anderen Notebooks merkt man dem XPS 13 definitiv an, dass es etwas “anders” ist. Es wiegt gerade einmal 1,36kg, das ist nicht wirklich schwer, aber irgendwie fühlt es sich ein klein weniger schwerer an, als es doch ist. Möglicherweise bilde ich mir das auch nur ein oder es liegt am Aluminium und dem durchaus wertigen Gesamteindruck. Auf der CeBIt hatte ich die Gelegenheit mit ein paar Ultrabooks herumzuspielen (z.B. das Toshiba Portege, Samsung Series 5 & 9), doch was die Verarbeitung angeht, können andere Ultrabooks einpacken. Wer schon einmal ein Mac Book Air in der Hand gehalten hat, der findet mit dem Dell XPS 13 das passende Windows Pendant. Der Gehäusdeckel ist aus Alumium, die Gehäuseunterseite aus Carbon, wobei ein leichter Gummiüberzug die Kohlefaser schützt. Das Gehäuse ist sehr stabil, sehr verwindungssteif und wahnsinnig gut verarbeitet. Ich übertreibe nicht, aber bei solch einem Preis kann man dies auch sicherlich erwarten. Das Display sitzt ebenfalls bombenfest und die Scharniere leisten hervorragende Arbeit. Die Übergänge sind kantig, aber keinesfalls scharf. Die Verarbeitung ist wirklich erstklassig und ich bin davon sehr angetan.

Anschlüsse

Weniger angetan bin ich dagegen von der Anschlussvielfalt. Es ist ein Ultrabook, mit vielen Anschlüssen hatte ich eigentlich nicht gerechnet, doch ein Mikrofon, USB 2.0, USB 3.0 Anschluss und ein Mini Display Port ist ein bisschen wenig. SD Kartenleser oder gar ein HDMI Anschluss gibt es nicht, Dell bietet zwar einen Display Port zu HDMI Adapter an (es gibt auch einen VGA Adapter), dieser kostet aber einiges, bei einem doch recht hohen Preis von weit über 1000€ hätte das aber auch beiliegen können, gerade weil eine optische Ausgabe für Präsentationen etc. relativ wichtig ist. Eventuell gehörre ich aber auch nicht zur richtigen Zielgruppe. Auch vermisse ich bei einem derart teuren Gerät eine Kesington Lock. Immerhin fällt es auf und das Gehäuse vermittelt einen doch recht preiswertigen Eindruck, ich würde es also ungern an öffentlichen Orte (z.B. Uni, Bibliothek etc.) ungeschützt alleine lassen, da es ein begehrtes Stück Technik ist.

Kleine “Besonderheiten”

Dell setzt ein paar optische und vor allem beleuchtete Akzente. So befindet sich eine weiße längliche LED auf der Vorderseite, die in einem kontinuierlichem Intervall während des Betriebes oder im Stand By aufblinkt. Das mag zwar keine Besonderheit sein, aber es passt einfach wunderbar zum eleganten Design des XPS 13. An der linken Seite sitzt eine kleine Taste, welche über den Akkuladestand informiert, indem bis zu 5 weitere LEDs aufblinken. Zu guter Letzt hätten wir da noch die Hintegrund Beleuchtung der Tastatur. Es sieht einfach toll aus und passt einfach zum Design, deswegen wollte ich es einfach hervorheben.

Eingabegeräte

Apropos Tastatur. Die Chiclet Tastatur bietet zwar nur einen geringen Hub, aber es lässt sich sehr schnell darauf tippen  und auch hier kann ich mich nur noch einmal wiederholen, ich bin begeistert. Doch jetzt widmen wir uns dem Touchpad, welches mich dann eher enttäuschte. Eigentlich war es weniger das Touchpad, sondern die Tasten für Links- und Rechtsklick. Diese bedürfen einer gewissen Einarbeitungszeit, denn der Punkt, der die jeweilig Aktion auswählt, sitzt zentral. Trifft man mit dem Finger jedoch nur die äußeren Seite, muss man ein wenig Druck ausüben, bevor ein Links-/Rechtsklick ausgeführt wird. Die Tasten sind übrigens im Touchpad integriert, allerdings sind die Felder über den Tasten aktiv und gerade bei Aktionen wie dem Ändern der Fenstergröße, wozu man ja einen Rechtsklick und eine Mausbewegung ausführen muss, geht dies meistens in die Hose (aber nicht immer). Das Touchpad selbst reagiert jedoch gut und bietet eine Fülle an nützlichen Funktionen, damit meine ich die Multitouchgesten. Mit 3 Fingern gelangt man entweder Vor oder Zurück, mit 4 Fingern kann man die dreidimensionale Fensteransicht, die seit Vista bekannt ist, aufrufen und steuern. Natürlich lassen sich auch mit 2 Fingern scrollen. Da das Touchpad angenehm groß ist, ist das Ausführen der Multitouchgesten kein Problem, man hat also ordentlich Platz für alle Finger bzw. die komplette Hand. Die Cypress Einstellungen soll jedoch die Handfläche erkennen und somit ungewollte Aktionen verhindern.

Das Display

Dell verbaut hier ein ein 13,3 Zoll Display. Hervorheben muss man zuerst einmal das verbaute Gorilla Glas, welches vor Kratzern etc. schützen soll. Leider spiegelt das Display ziemlich, da jedoch die maximale durchschnittliche Helligkeit bis zu 277 cd/m² beträgt, kann man es auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen (siehe Video). Dell sorgt mit einem verbauten Lichtsensor und der passenden Software (“Dell Intelligent Display”) nicht nur dafür, dass man es zu jeder Gelegenheit gut ablesen kann, es spart somit auch Energie. Das Panel löst mit 1366×768 Pixeln auf. Einigen Personen scheint das zu wenig zu sein, doch für die Augen empfand ich die Auflösung bei dieser Displaydiagonalen angenehmer als dieselbige Auflösung bei einem kleineren 11,6 Zoll Display. Das mag aber Geschmackssache sein. Der Kontrast des Displays ist eher so … naja, vor allem Schwarztöne neigen dazu eher in einem Grauton angezeigt zu werden, aber es lässt sich noch verkraften. Leider lässt sich das Display nicht allzu weit nach hinten klappen, je nach Sitzposition kann das sehr problematisch sein.

Akku

Leider habe ich die Akkulaufzeit nicht ausführlich getestet. Aber das Tool “Battery Bar” zeigt hier ungefähr, wie sich die Akkulaufzeit unter normalen Bedingungen (W-Lan an, Dell Intelligent Display aktiviert, Surfen & Dokumente bearbeiten) verhält. 4,5-5 Stunden erreicht man bei einem Uni Alltag. Wirklich viel ist das leider nicht, doch bis zu 9 Stunden soll man unter “Extrem” Bedingungen (W-Lan aus, gelegentliches Bearbeiten von Dokumenten, Helligkeit minmal) erreichen können, doch solch ein Szenario ist eher selten.

Konnektivität

Dell verbaut hier ein den Intel Centrino Adavanced-N 6230. Dabei handelt es sich um einen Chip mit einem integriertem W-Lan 802.11a/g/n und Bluetooth 3.0 Modul. Der Chipsatz unterstützt Intels WiDi Technologie, somit lassen sich Filme an einen passenden Empfänger streamen, welcher mir jedoch fehlte und ich es deswegen nicht ausprobieren konnte. Das W-Lan Signal kann ich in meinem Eigenheim nur als sehr stabil abhaken, hier kann ich nichts bemängeln. Ein wenig schade ist, dass es keine Möglichkeit gibt, ein integriertes 3G (oder sogar 4G) Modem zu ordern, hier muss man entweder auf einen HotSpot, UMTS Stick oder auf eine Bluetooth Verbindung mit dem Smartphone ausweichen.

Leistung

Ich habe weder Benchmarks oder gar Spiele getestet, soweit ich weiß, kann der i5 und die Intel GMA HD 3000 zumindest Fifa 12 flüssig darstellen, ältere und weniger anspruchsvolle Spiele sollten kein Problem darstellen, ebenso HD Filme oder hochauflösende Flash Inhalte. All dies funktionierte wunderbar.

Das Zusammenspiel zwischen dem Intel Core i5-2467 (2×1,6GHz, TurboBoost bis zu 2,3GHz), der Intel GMA HD 3000 und der Samsung PM830 SSD ist hervorragend. Programme sind sofort geöffnet, es gibt kaum Verzögerungen und man profitiert natürlich auch von einem sehr schnellen Boot Vorgang. Dell gibt hier einen ziemlich utopischen Wert von 8 Sekunden an, mein Testgerät benötigte gut 25 Sekunden, was aber weiterhin ein sehr guter Wert ist. Auch das Erwachen aus dem Standy By erfolgt innerhalb von 1-2 Sekunden … sehr löblich.

Da ich jedoch kaum anspruchsvolle Programme ausgeführt habe, kann ich leider nicht einschätzen, wie sich die Leistung des Dell XPS 13 bei jenen Programmen verhalten würde. Wer das Ultrabook hauptsächlich zum Surfen, Bearbeiten von Dokumenten  und E-Mails verwendet, wird sich über die Geschwindigkeit sehr freuen können.

Ein kleiner Kritikpunkt ist der Lüfter. Im Leerlauf und im normalen Betrieb ist dieser kaum hörbar, dafür umso mehr unter Volllast. Als Szenario habe ich mal den Windows Leistungs Index gewählt. Selbst bei lauter Hintergrundmusik war dieser deutlich wahrzunehmen.

Die Lautsprecher (gehört zwar nicht zum Punkt Leistung, aber das ist jetzt nebensächlich) bieten einen guten Klang und einen ungewohnt guten Bass für ein solch schmales Gerät, allerdings ist der Sound auch etwas blechern. Im Vergleich zu anderen Notebooks, kann man dies aber auch verkraften.

Software

Dell hat zum Glück auf eine Vielzahl von Bloatware verzichtet, nur MCAfee und ein paar Dell Programme zur Garantiererweiterung bzw. Sicherung sind vorinstalliert. Letztere können aber ziemlich nerven, da andauernd Pop Ups eingeblendet werden, was sich aber auch deaktivieren lässt. Von Intel befinden sich natürlich auch ein paar kleine Programme auf der Festplatte, z.B. die Smart Connect Technologie, mit der sich Programme etc. auch im Standy By aktualisieren können oder das passende Programm für Intels WiDi Technologie. Als Betriebssystem dient natürlich Winodws 7 Home Premium 64 Bit, welches die 4GB RAM voll adressieren kann.

Kleine Anmerkung: Das Test Video, in dem wir näher auf die Leistung eingehen, folgt in den nächsten Tagen.

Fazit

Das Dell XPS 13 ist nicht perfekt, aber nahe dran. Es ist richtig gut verarbeitet, sehr schnell und zügig. Für mich ist es das derzeit beste Ultrabook, welches ich bislang in Händen halten konnte. Letztendlich würde mich der relativ hohe Preis abschrecken, zwar muss die Verarbeitung etc. sich auch ordentlich auszahlen lassen, aber die mangelnde Anschlussvielfalt und fehlende Adapter sind für mich die wohl größten Kritikpunkte. Doch wer sich das Dell XPS 13 leisten kann, der wird auch das nötige Kleingeld für passendes Zubehör haben. Aus diesem Grund kann ich das Dell XPS getrost weiterempfehlen.

Positiv negativ
  • Verarbeitung
  • Materialauswahl
  • Leicht
  • Dünn
  • Zügiges Arbeitstempo
  • Leise im normalen Betrieb
  • Helles Display
  • Gute Tastatur
  • Gutes Touchpad
  • Lieferumfang
  • Geringe Anschlussvielfalt
  • Tasten des Touchpads
  • Eher mittelmäßige Akkulaufzeit
  • Lüfter unter Vollast

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  • Boris

    Wer im Internetbrowser oder in einem Word Dokument hoch oder runterscrollen möchte, wird leider enttäuscht. Das Cypress TrackPad ist dermassen schlecht, dass es schlichtweg nicht brauchbar ist. Für mich als Normalanwender ist dies eines der wichtigsten Funktionen an einem Computer. Wenn ich im Word scrollen möchte und dafür mühsam den Balken anklicken muss, um ihn manuel hoch- und runter zu ziehen ist das für mich inakzeptabel. Vermutlich bietet jeder halb so teurer Notebook den gleichen oder besseren Komfort. Ich hätte das Gerät nie gekauft wenn ich über die schlechte Qualität bescheid gewusst hätte.

    • http://www.bloggenist.blogspot.com Mumpiz

      Sorry, da muss ich dir leider widersprechen, meiner Meinung nach ist das Cypress TrackPad ein recht gutes TrackPad, zwar müssen einige Dinge (u.a. die Übersetzung der Software und die Sensitivität über den TrackPad Tasten) überarbeitet werden, jedoch ist das Scrollen zumindest bei mir deutlich flüssiger vonstatten gegangen als bei einem Synaptics TrackPad.

      • Boris

        Mein Problem hat sich zwischenzeitlich gelöst:

        Ein Tag nach dem Anruf im Dell Callcenter stand ein Techniker im Haus mit einem neuen Trackpad, was aber wider Erwarten nicht zum gewünschten Resultat führte.

        Beim erneuten Anruf stellte sich heraus, dass es sich um ein generelles Problem handelte und der Hersteller des Pads zwischenzeitlich einen neuen Treiber zur Verfügung gestellt hatte. Der aktualisierte Treiber ist auf der Internetseite von Dell verfügbar.

        Auch wenn ein Produkt nicht so ausgeliefert wird wie es sein sollte, reagiert Dell doch prompt und bietet eine kompetente Unterstützung an.