Der Test: 3 Wochen mit dem Samsung Galaxy Note 2

Samsung hat vor etwas mehr als einem Jahr mit der Note-Serie eine neue Geräteklasse eingeführt, die zunächst spektisch betrachtet wurde. Kurze Zeit danach zeigte sich jedoch, dass die neue Geräteklasse gut bei den Kunden ankommt und deshalb wurde in diesem Jahr zur IFA 2012 in Berlin auch der Nachfolger vorgestellt. Dank unseren Freunden von getgoods.de hatte ich nun 3 Wochen lang die Möglichkeit mein Galaxy Nexus beiseite zu legen und als mein tägliches Arbeitsgerät das Samsung Galaxy Note 2 zu nutzen. Das Folgende soll jetzt nicht der umfangreichste Testbericht werden, jedoch werde ich trotzdem auf ein paar für mich neue Funktionen eingehen die mir sehr gut gefallen haben.

technische Daten

Maße/Gewicht: 151 x 81 x 9,45 mm / 182 Gramm
Betriebsystem: Android 4.1.1 mit TouchWiz UX
Display: 5.5 Zoll HD SUPER AMOLED (1280 x 720 Pixel, 720p)
Chipsatz: 1.6Ghz Exynos 4412 Quad-Core
Arbeitsspeicher: 2GB RAM
Speicherplatz: 16GB, 32GB, 64GB (per microSD erweiterbar)
Kamera Rückseite: 8 Megapixel, 1080p Videofunktion
Kamera Vorderseite: 1.9 Megapixel
Konnektivität: W-Lan, GPS, UMTS, HSPA+ (LTE), Bluetooth 4.0, NFC
Verfügbare Farben: grau, weiß

Die technischen Daten überzeugen nicht nur in den harten Fakten, auch in der Praxis ist das Gerät wirklich sehr schnell und man nimmt keine ernsthaften Ruckler oder sonstiges wahr. Dies liegt natürlich auch an dem Quad-Core Prozessor der auch im S3 steckt, dieses Mal aber mit 1.6Ghz getaktet ist und nicht mit 1.4Ghz. Auch beim Ram war Samsung gegenüber dem S3 großzügig. Das Note 2 kommt nämlich mit satten 2GB, sodass auch Speicherhungrige Anwendungen kein Problem darstellen. Außerdem wäre noch der gigantische Akku mit einer Kapazität von 3100mAh zu erwähnen. Dieser versorgt das Gerät mit genug Power und sorgte in meinen Tests für sehr viel Freude.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung ist wie immer bei Samsung rechteckig und nicht sehr viel größer als das Gerät selbst. Das Note 2 passt also genau hinein und darunter hat es immer noch genug platz. Zudem befindet sich ein kompakter weißer USB Ladeadapter in der Box, der 2A Strom liefert – so viel wie eigentlich sonst nur die Ladegeräte von Tablets. Auch die obligatorischen Ohrhörer und die Garantiehinweise, sowie eine Kurzanleitung befinden sich in der Box.

Verarbeitung und Design

Den Einen wird das Plastik gefallen, den anderen nicht. So ist das immer mit den Geräten. Das typische Samsung-Plastik fühlt sich keineswegs schlecht oder minderwertig an. Allerdings fehlt es mir, vor Allem bei der Größe des Geräts, etwas an dem nötigen Grip. Die Rückseite ist für meinen Geschmack einfach zu glatt und bei der Einhandbedienung habe ich oft das Gefühl, dass das Gerät gleich aus der Hand rutscht. Dennoch knarscht sowie quietscht natürlich nichts an dem Gerät. Auch der S-Pen den man an der Unserseite des Geräts rausziehen kann sitzt fest und fällt nicht von selbst heraus. Die graue Farbe gefällt mir im Allgemeinen übrigens sehr gut. Die leichte Struktur in der Farbe, die manchmal aussehen wie kleine Kratzer haben irgendwie was.

Kurzum: Das Gerät ist im Prinzip ein großes Samsung Galaxy S3 mit Stift.

Bedienbarkeit

Einhandbedienung ist trotz spezieller Einhand-Tastatur nicht möglich

Bevor ich auf einige Softwarefeatures eingehen werde, will ich noch kurz etwas zur Größe des Geräts loswerden. Ja das Gerät ist sehr breit und groß und ist somit zunächst sehr ungewohnt. In den ersten 2 Tagen dachte ich: Ok, ich werde mich wohl nie an das 5.5 Zoll Display gewöhnen. Kurze Zeit später war ich auf dem Stand, dass ich mich gut an das Display und vor Allem die Größe gewöhnt habe. Kurz hatte ich während des Tests auch noch mein Galaxy Nexus in der Hand. Im Vergleich dazu war es einfach mickrig. Dennoch muss man aufgrund der Größe bei der Bedienbarkeit Abstriche machen: Die Einhandbedienung ist ohne weiteres so leicht nicht mehr möglich. Obwohl ich schon relativ große Hände habe habe ich ständig das Gefühl, dass das Gerät aus der Hand rutscht. Hier hilft nur wenn man das Gerät eben mit beiden Händen bedient. Samsung gibt übrigens in der Software selbst noch Möglichkeiten zur Einhandbedienung, hier rutscht dann die Tastatur etwas an den rechten (für Rechtshänder) bzw. an den linken (für Linkshänder) Bildschirm (Screenshot rechts). Jedoch ist das noch ungewohnter als die Größe des Geräts selbst schon. Im Praxiseinsatz konnte ich damit so gut wie kein Wort vollständig und ohne Fehler schreiben. Um so schneller geht es natürlich aufgrund der großen Tasten, wenn man mit beiden Händen schreibt. Dies war eigentlich auch schon als Übergang zur Software gedacht. Hier hat Samsung mit dem aktuellen TouchWiz auf dem Note 2 wieder eine tolle Erweiterung zum Standard-Android abgeliefert. Zunächst ein mal komme ich zur Bedienung mit dem Stift, da dieser das Note 2 besonders macht. Sobald man den Stift aus dem Gerät zieht wird automatisch ganz rechts ein neuer Homebildschirm eingefügt, über den man dann diverse für den Stift angepasste Anwendungen erreichen kann. Für noch schnelleren Zugriff funktioniert das Ganze übrigens auch, wenn das Display gesperrt ist. Hier sollte man aber aufpassen dass man nicht am Stift “rumspielt” und somit ausversehen das Gerät entsperrt.

S Note bietet unzählige Möglichkeiten, man kann der Kreativität freien Lauf lassen.

Auf dem für den S-Pen angepassten Bildschirm findet man dann natürlich die Möglichkeit eine neue Notiz zu erstellen und kann dabei zwischen verschiedenen vorgefertigten Vorlagen wählen, wie zum Beispiel “Notiz”, “Besprechung” oder “Skizze”. Dies macht es natürlich sehr einfach wichtige Dinge schnell aufzuschreiben. Leider gibt es beim Erstellen einer Notiz immer eine kleine Verzögerung von ca. einer Sekunde. Warum dies so ist, ist mir schleierhaft. Das dürfte bei einem Gerät mit solcher Power jedoch nicht passieren. In einer Notiz dann angekommen kann man sofort entweder mit dem Stift, oder auch mit der virtuellen Tastatur losschreiben. Jedem dem ich das Gerät übrigens in die Hand gedrückt habe (und das waren in den letzten 3 Wochen sehr viele, die es einfach mal anschauen und testen wollten), fand die Stifteingabe sehr intuitiv und schnell. Viele waren auch überrascht wie “schön” die Schrift sogar auf dem Display erscheint. Auch die Schrifterkennung funktionierte auf Anhieb sehr gut. Diese kann man in der Tastatur auswählen. Auch ich mit meiner wirklich nicht gerade schönen Schrift konnte gut damit schreiben und so gut wie jeder geschriebene Text wurde richtig umgewandelt. Dies stellten wir auch bei vielen anderen testen fest. Falls man sich übrigens mal verschrieben hat kann man ganz einfach durch das drücken der seitlichen Taste am S-Pen den Radiergummi aktivieren und das “gemalte” wieder löschen. Achtet aber darauf, dass ihr zuvor den Stift ca. 1 cm über dem Display haltet, da sonst die Markierfunktion aktiviert wird, mit der ihr ganz einfach bestimmte bereiche vom Display ausschneiden könnt. Auch interessant sind die vielen Möglichkeiten mit S-Note. Man kann hier wirklich der Kreativität freien Lauf lassen und mathematische Formeln, Bilder, Zeichnungen, Karten aus Google Maps, Videos, Fotos, vorgefertigte Formen, Cliparts usw. einfügen. Alles lässt sich natürlich in der Größe verändern, drehen und auch sehr einfach wieder löschen. Einige Funktionen wie die “Ideenskizze” habe ich übrigens erst später entdeckt. Damit kann man einen Begriff in ein bestimmtes Feld schreiben und S-Note erkennt dann um was es sich handelt und gibt verschiedene Vorschläge von schon vorgefertigten Skizzen. Bei mir funktionierte jedoch bisher nichts außer “Baum”, “Haus”, “Boot”, “Stuhl” und “Tisch”.

Wer also vor hat – vor allem auch dank des S-Pen – viele Notizen mit dem Gerät zu machen wird mit der S Note App auf jeden Fall seinen Spaß haben. Auch ein paar Spielereien wie die App “Paper Artist” liefert Samsung auf dem Note 2 mit. Damit kann man sehr einfach bestehende Bilder zu Aquarellen verwandeln und dabei zahlreiche verschiedene Effekte anwenden. Ich selbst habe die App aber nicht wirklich genutzt. Was ich in an dem Samsung Menü wirklich mag ist die Tatsache, dass man im App-Menü ein unendliches Scrollen hat. Das heißt wenn man nach rechts scrollt landet man nicht wie im Android Standard-Launcher irgendwann in den Widgets sondern eben wieder auf der ersten App-Seite. Zu den Widgets gelangt man, wenn man manuell im Menü oben die Widgets auswählt. Dies macht wirklich Sinn, das Widgets-Menü benötigt man ja meistens nicht täglich sondern eben ein mal zum Einrichten des Home-Bildschirms. Ein weiteres tolles Feature ist übrigens Multi-View. Damit kann man 2 Fenster übereinander auf dem Display anordnen um so eben zum Beispiel ein Browser-Fenster und S Note gleichzeitig bedienen zu können. Dabei werden nur Apps von Samsung unterstützt, der Chrome-Browser (der übrigens schon vorinstalliert ist) glücklicherweise aber auch. Auch die Höhe der Fenster kann man selbst einstellen, sodass man hier wirklich freie Hand hat. Aktivieren kann man das Ganze indem man am Gerät die zurück-Taste lange gedrückt hält und dann im links erscheinenden Menü entsprechend die Apps in die untere bzw. die obere Bildschirmhälfte zieht. Wie das genau funktioniert und wie es in Aktion aussieht zeigt folgendes Video: Airview wurde auf der IFA 2012 als das Gerät vorgestellt wurde auch als DIE Neuerung angepriesen. Ich persönlich halte Airview aber genau wie S Voice für eine Spielerei. Was Airview genau macht? Wenn ihr mit dem Stift “über” das Display geht und dabei zum Beispiel gerade in der Galerie seid, zeigt es euch eine Vorschau der in dieser Galerie vorhandenen Bilder an. Auch beim Kalender funktioniert dies bereits ganz gut. Was mich daran stört ist, dass es immer eine kurze Zeit dauert bis die Vorschau letztendlich aufgerufen wird und dass man in der Zeit auch schon lange das Album bzw. den Kalendereintrag geöffnet hat um dann alle Details zu sehen. Hier arbeitet Samsung aber hoffentlich noch dran dass man dies effektiver nutzen kann.

Eine Funktion, die ich im Note 2 hingegen oft nutzte, war der Popup Browser. Dies bedeutet genau so viel was der Name schon sagt. Wenn ihr z.B. irgendwo einen Link anklickt werden ihr gefragt ob ihr diesen im Samsung-Browser, in Chrome oder aber im Popup Browser öffnen wollt. Wählt ihr Popup Browser aus öffnet sich – ähnlich wie an eurem Desktop-PC – ein kleines Fenster mit der gewünschten Webseite. Dieses Fenster könnt ihr nun verschieben und zum Beispiel solange sie lädt eure sonstigen Inhalte betrachten. Und sonst? Naja und sonst ist das Gerät eben mit TouchWiz ausgestattet, ähnlich wie wir es auch im Galaxy S3 finden. Eine detailliertere Beschreibung welche Tipps und Tricks es gibt findet ihr dazu in folgendem Video:

Einen Videoüberblick speziell des Galaxy Note 2 haben wir für euch natürlich auch erstellt:

Performance & Akkulaufzeit

Die Performance die in dem Gerät steckt spürt man jedoch in eigentlich allen Apps. Auf kaum irgendwas muss man warten, Spiele starten sofort und laden schnell. GTA 3, sowie Asphalt waren überhaupt kein Problem. Auch bei sonst gibt es keine Apps, die eine etwas längere Wartezeit verursachen. Die Hardware ist einfach High-End und das merkt man an jeder Stelle des Geräts. Im Folgenden noch der obligatorische AnTuTU Benchmark. Der Benchmark wurde übrigens direkt nach dem Reset des Geräts gemacht. Im Vergleich dazu erreicht das Samsung Galaxy S3 übrigens 12043 Punkte, das Note 10.1 12056 Punkte. Hier merkt man die etwas höhere Taktrate, ob man effektiv im Praxiseinsatz den Unterschied bemerkt wage ich jedoch zu bezweifeln.

Das Galaxy Note 2 ist ein echtes Akkuwunder!

 Um so überraschender war aber dann die Akkulaufzeit. Im Vorfeld hörte ich schon, dass diese wirklich sehr gut sein soll. Da ich was dies betrifft aber immer sehr skeptisch bin wollte ich mich natürlich selbst davon überzeugen. Und siehe da: Ich war sehr überrascht. Gefühlt hielt der Akku doppelt so lange wie der von meinem Samsung Galaxy Nexus. Normalerweise bin ich mit dem Nexus nicht über den Tag gekommen und hatte immer ein Akkupack dabei. Mit dem Note 2 hatte ich auch nach einem sehr langen Tag noch Laufzeit über. Wohlbemerkt habe ich jeden möglichen Sync, ständig UMTS aktiviert, beantworte E-Mails, bin auf Facebook unterwegs, lade Bilder bei Twitter hoch usw. Hier kann man also getrost sagen, dass das Samsung Galaxy Note 2 ein wirkliches Akkuwunder ist. Mein Akkupack jedenfalls habe ich in der Testzeit immer daheim lassen können. Samsung hat in diesem Punkt wirklich gute Arbeit geleistet.

Die Kamera

Die Kamera liefert wie schon erwähnt Bilder mit bis zu 8 Megapixel. Da diese wohl exakt gleich ist wie die im Samsung Galaxy S3 verweise ich an dieser Stelle auf dessen Testbilder und Testvideos. Dort bekommt man glaube ich einen guten Eindruck davon, dass die Kamera wirklich ordentliche Bilder liefert.

Fazit

Wer das Samsung Galaxy Note 2 zum ersten Mal benutzt oder in der Hand hält, denkt zuerst dass man sich wohl nie daran gewöhnen wird. In meinem Test konnte ich das Gegenteil beweisen. Das Gerät macht wirklich Spaß und begeistert jedes Mal aufs Neue. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten das Gerät zu nutzen und die Akkulaufzeit ist wirklich für ein Gerät mit solcher Größe und vor Allem mit so einem Display herausragend gut.

Positiv negativ
  • Top Ausstattung
  • austauschbarer Akku
  • microSD
  • schnell
  • Stifteingabe gut gelungen
  • Top Akkulaufzeit
  • Rückseite zu glatt
  • Größe gewöhnungsbedürftig
  • Einhandbedienung nicht mehr möglich
  • sehr teuer

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TechHive Sommergewinnspiel

Seit mehreren Jahren bin ich im Technikblogging-Bereich unterwegs und betreibe u.a. erfolgreich den webOS-Blog. Auch zu finden bei Google+.

  • Zack

    Zu dem Artikel selbst werde ich leider nicht viel schreiben können, da ich nach einigen Minuten den Spaß daran verloren habe, den Testbericht durchzulesen.

    Eine aufrichtige bitte an die Verfasser der Artikel bei Techfokus möchte ich jedoch loswerden. Bitte lasst nochmal jemanden einen Text Korrektur lesen, bevor ihr ihn online stellt. Alternativ könnte sich der Verfasser mit dem Bereich Interpunktion in der deutschen Grammatik näher befassen.

    Das ist eine ernsthafte Kritik, die vom Verfasser des Testberichts bitte nicht persönlich genommen werden darf. Ich möchte eure Berichte mit Freude und Interesse lesen. Wenn jedoch ein Komma willkürlich und oft überhaupt keins gesetzt wird, dann verliere ich die Lust daran, den Artikel zu Ende zu lesen.

    • ndevil

      Nehmen wir uns an und dabei dachte ich das Julian das immerhin besser kann, als ich, aber reiche ich weiter und wird gelesen!

  • danielXY

    2 anmerkungen zum test.
    1. die multi view funktion funktioniert mit allen apps die angepasst wurden, z.b. die facebook app lässt sich auch im multi view bedienen!
    2. was soll der negativ punkt “sehr teuer”? das note bekommt man mittlerweile problemlos für 520€, mit etwas glück sogar unter 500€. dann ist ein iphone 5 mit 679€ also “super teuer”? find die aussage ohne relation einfach nur blödsinnig

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